EU-Kommission nimmt Fastfood-Kette McDonald's wegen Steuertricks ins Visier
Illegale Absprachen

Der US-Fastfood-Konzern McDonald's profitiert nach Ermittlungen der EU-Kommission in Europa von illegalen Steuervorteilen. Das Unternehmen habe in Luxemburg Absprachen treffen können, die es ihm ermöglichten, in dem Land trotz hoher Gewinne keine Körperschaftsteuer zu entrichten. Das teilte die Brüsseler Behörde am Donnerstag mit. Allein im Jahr 2013 habe die Tochtergesellschaft McDonald's Europe Franchising in Luxemburg einen Überschuss in Höhe von mehr als 250 Millionen Euro ausgewiesen. Wegen der eindeutigen Ermittlungsergebnisse leiteten die Brüsseler Wettbewerbshüter nun ein eingehendes beihilferechtliches Prüfverfahren ein. Es könnte theoretisch damit enden, dass McDonald's die zu wenig gezahlten Steuern nachzahlen muss.

In einer Stellungnahme betonte McDonald's am Donnerstag, das Unternehmen halte sich in Europa an alle geltenden Gesetze und Regeln und zahle Körperschaftssteuern in "beträchtlicher Höhe". Allein zwischen 2010 und 2014 seien in EU-Staaten mehr als 2,1 Milliarden Dollar (rund 2 Milliarden Euro) abgeführt worden, was einem durchschnittlichen Steuersatz von rund 27 Prozent entspreche.

Franchise-Nehmer, also Betreiber von McDonald's-Restaurants in Europa und Russland, müssen für die Nutzung der Marke McDonald's und damit verbundenen Dienstleistungen Lizenzgebühren zahlen. Diese laufen in Luxemburg ein. Darauf wurden "praktisch keine Körperschaftsteuern" gezahlt - und das dementierte das Unternehmen auch nicht. Genau das aber ist der Vorwurf der EU-Kommission.
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