Euro-Zone bremst Weltwirtschaft

Ein Lichtblick: die Konsumfreude der Deutschen. Bild: dpa

Konsumfreudige Verbraucher und anziehende Exporte haben die deutsche Wirtschaft bisher vor der Rezession bewahrt. Die Prognosen - auch der OECD - lassen zwar nicht auf rasche Besserung schließen. Aber Hoffnung gibt es.

Die Euro-Zone bleibt nach Einschätzung der OECD das Sorgenkind der Weltwirtschaft. Und darunter leiden auch die Aussichten für die deutsche Konjunktur. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) schraubte ihre Wachstumsprognosen für 2015 nun drastisch nach unten.

Die globalen Krisen, eine schleppendere Nachfrage aus China, vor allem aber die Wachstumsschwäche der Euro-Zone bremsten Deutschland, Europas größte Volkswirtschaft. Die Euro-Zone sei "zu einem großen Risiko für das weltweite Wachstum geworden", heißt es im Wirtschaftsausblick der OECD, der am Dienstag vorgestellt wurde. Für Deutschland wird 2015 nur noch ein Plus von 1,1 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) erwartet (zuvor 2,3 Prozent).

Die meisten Ökonomen rechnen jedoch damit, dass die deutsche Wirtschaft nach einer Durststrecke 2015 wieder Fahrt aufnimmt. Begründet wird die Zuversicht mit der stabilen Kauflust der Verbraucher und der Nachfrage nach "Made in Germany" aus dem Ausland, die durch den schwächeren Euro begünstig wird. Auch wächst die US-Wirtschaft überraschend stark, die Aktienmärkte boomen.

OECD-weit wird 2015 von der Organisation ein Wachstum der Wirtschaftsleistung um 2,3 Prozent erwartet, die Euro-Zone bleibe mit 1,1 Prozent aber das Sorgenkind der Weltwirtschaft. Die Arbeitslosigkeit im Euroraum verharre auf hohem Niveau, und die Inflation liege weiterhin deutlich unter der Zielvorgabe.

Deutschland gefordert

Ein Hoffnungszeichen: Der jüngste Ifo-Geschäftsklimaindex. Erstmals seit Monaten blicken deutsche Unternehmen zuversichtlicher in die Zukunft. Damit wächst die Hoffnung, dass sie mehr investieren und die Konjunktur anschieben. Die OECD forderte von Deutschland mehr Anstrengungen - etwa bei der Kinderbetreuung oder im Bildungsbereich. Auch bei Investitionen in die Infrastruktur gebe es "erheblichen Nachholbedarf", sagte OECD-Direktor Christian Kastrop. Dafür könnten auch Staatsausgaben umstrukturiert werden: "Was gut ist für Wachstum, muss nicht mit Krediten finanziert werden", sagte Kastrop.
Weitere Beiträge zu den Themen: Wiesbaden (403)Paris (591)November 2014 (8193)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.