Ex-VW-Chef Winterkorn soll alle Konzern-Ämter abgeben
Komplett-Rückzug

Volkswagens Ex-Vorstandschef Martin Winterkorn steht nach Medienberichten auch vor dem Rückzug von seinen übrigen Ämtern in dem Autokonzern. Der 68-Jährige hatte die Unternehmensspitze im Strudel des Abgasskandals verlassen, ist aber bisher nicht von weiteren Chef-Funktionen abgerückt. Dazu zählen der Vorstandsvorsitz beim Volkswagen-Ankeraktionär Porsche SE sowie die Chefposten in den Aufsichtsräten der VW-Konzerntochter Audi und bei der jungen Nutzfahrzeugholding mit den Marken Scania und MAN.

In der globalen Affäre um manipulierte Abgaswerte rissen derweil auch am Montag die Negativschlagzeilen nicht ab. Am Dienstag wird der Skandal auch den Niedersächsischen Landtag beschäftigen, wenn VW-Aufsichtsrat und Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) das Parlament über aktuelle Entwicklungen bei VW unterrichtet. Bei den verbleibenden Winterkorn-Ämtern dringen sowohl Niedersachsen als VW-Großaktionär als auch die Vertreter auf der mächtigen Arbeitnehmerseite auf eine endgültige Trennung. Winterkorns übrige Posten blieben bei seinem Rücktritt am 23. September in der Erklärung unerwähnt.

Nach Informationen von "Süddeutscher Zeitung", "NDR" und "WDR" will Winterkorn nun einlenken und unter anderem seinen Chefsessel bei der Porsche SE räumen. Ein Sprecher der Holding sagte am Montag: "Uns liegen keinerlei Erkenntnisse vor, dass eine Entscheidung gefallen ist." Der nächste Termin für eine Aufsitzratssitzung sei erst für den Dezember anberaumt. Eine Tagung des Gremiums wäre jedoch auch nicht nötig, falls Winterkorn selber seinen Rücktritt erklärt.
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