Exporte im Höhenrausch

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Waren "Made in Germany" sind begehrt wie nie: Ungeachtet der Russlandkrise hat die deutsche Exportindustrie im vergangenen Jahr ihren Ausfuhrrekord von 2012 übertroffen. Auch die Einfuhren kletterten auf einen Höchstwert.

Deutschlands Exporteure feiern ein Rekordjahr. Trotz der Krise in Russland und der Ukraine haben die Unternehmen 2014 so viele Waren in alle Welt geliefert wie noch nie zuvor. Insgesamt wurden Produkte im Wert von 1133,6 Milliarden Euro ausgeführt und damit 3,7 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. "Dies ist ein respektables Ergebnis für die Exporteure nach einem wirklich nicht einfachen Jahr", sagte der Präsident des Außenhandelsverbands BGA, Anton F. Börner.

Schwacher Euro hilft

Experten sind sich einig, dass die Exporteure auch 2015 auf Rekordkurs bleiben - nicht zuletzt, weil deutsche Produkte durch den schwachen Euro auf dem Weltmarkt günstiger werden. So rechnet Börner trotz der Risiken im Euro-Raum und des Ukraine-Russland-Konflikts mit einem weiteren Ausfuhrplus von 4,0 Prozent.

Die Einfuhren erreichten im vergangenen Jahr 916,5 Milliarden Euro und lagen damit um 2,0 Prozent höher als 2013. "Die Exporte und Importe übertrafen im Jahr 2014 die bisherigen Höchstwerte vom Jahr 2012. Damals wurden Waren im Wert von 1095,8 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 905,9 Milliarden Euro importiert", berichteten die Statistiker.

Die Zahlen zeigen: Die deutsche Industrie hat der Russland-Ukraine-Krise bisher trotzen können. Denn wie Eckhard Cordes, Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, kürzlich betonte, sind die Ausfuhren nach Russland 2014 angesichts der politischen Konfrontation um knapp ein Fünftel gesunken.

Besonders stark wuchs der Außenhandel mit Ländern aus der EU, die wie Großbritannien oder Polen nicht der Euro-Zone angehören. Die Exporte dorthin kletterten um satte 10,2 Prozent auf 243,1 Milliarden Euro, die Einfuhren dorther um 6,6 Prozent auf 188,5 Milliarden Euro. Nach einem Minus im Vorjahr lieferten die deutschen Betriebe 2014 aber auch wieder mehr Produkte in die Partnerländer der Euro-Zone. Die Exporte stiegen hier auf 414,2 Milliarden Euro (+2,7 Prozent), die Einfuhren auf 411,4 Milliarden Euro (+2,3 Prozent).

In sogenannte Drittländer außerhalb der EU wurden im vergangenen Jahr Waren im Wert von 476,2 Milliarden Euro verkauft, Produkte im Volumen von 316,6 Milliarden Euro wurden aus diesen Ländern importiert. Gegenüber dem Jahr 2013 nahmen die Exporte in die Drittländer um 1,5 Prozent zu, während die Einfuhren um 0,9 Prozent sanken.

Auch Rekord-Überschuss

Somit ist die Entwicklung des Handels mit Ländern in Übersee auch hauptverantwortlich für den höchsten deutschen Exportüberschuss der Geschichte: Mit 217 Milliarden Euro lag der Überschuss der Warenausfuhren über den Einfuhren so hoch wie noch nie. Der bisherige Rekordwert von 2007 hatte bei 195,3 Milliarden Euro gelegen. Der BGA erwartet, dass der Exportüberschuss 2015 "hauptsächlich aufgrund des billigen Euro" nochmals steigen wird.

Auch im Dezember präsentierte sich der Außenhandel robust. Wie das Bundesamt mitteilte, lagen die Ausfuhren mit 90,1 Milliarden Euro ein Zehntel höher als im Dezember 2013. Die Einfuhren stiegen um 4,0 Prozent auf 71,1 Milliarden Euro. Das deute daraufhin, dass der Außenhandel im Schlussquartal 2014 einen positiven Wachstumsbeitrag geliefert haben dürfte, heißt es in einer Analyse der Bayern-LB.
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