EZB-Präsident pocht Unabhängigkeit
Draghi wehrt sich gegen Kritik

Frankfurt. Die Europäische Zentralbank (EZB) verschärft ihren Billig-Geld-Kurs vorerst nicht weiter. Der EZB-Rat belässt den Leitzins, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Notenbank Geld leihen können, auf dem Rekordtief von null Prozent. Das teilte die EZB am Donnerstag in Frankfurt mit. Der Strafzins für Geld, das Finanzinstitute über Nacht bei der Notenbank parken, beträgt weiterhin 0,4 Prozent. Im März hatten die Währungshüter den Leitzins im Euro-Raum auf null Prozent gesenkt. Das Programm zum Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren wurde ausgeweitet. Zugleich brummte die EZB Banken höhere Strafzinsen auf. Auch gibt es ab Sommer neue billige Langfristkredite für Banken. Mit diesen Maßnahmen will die EZB die Kreditvergabe im Euro-Raum ankurbeln und so Konjunktur und Inflation anschieben. EZB-Präsident Mario Draghi verwahrte sich gegen Kritik an der Geldpolitik der EZB. "Wir haben den Auftrag, Preisstabilität für die gesamte Euro-Zone zu wahren, nicht nur für Deutschland", sagte er am Donnerstag. Das sei in den europäischen Verträgen festgelegt. "Wir befolgen europäisches Recht, wir sind unabhängig."

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