Fehlerhaftes IT-System wirft Post zurück

Ein Fehlgriff beim Umbau ihres Frachtgeschäfts durchkreuzt die Gewinnpläne der Deutschen Post. Bild: dpa

Die Deutsche Post schraubt ihre Gewinnprognose deutlich zurück. In der schwächelnden Frachtsparte wird der Aufbau eines Computersystems zurückgenommen. Millionenschwere Belastungen drücken auf den Gewinn.

Ein Fehlgriff beim neuen Computersystem droht die Deutsche Post im Frachtgeschäft um Jahre zurückzuwerfen. Bis eine neue Lösung komplett läuft, kann es "ein paar Jahre dauern", sagte Finanzchef Larry Rosen am Donnerstag. Zuvor hatte das Unternehmen seine Gewinnziele durch einmalige Abschreibungen auf eine Größenordnung von 2,4 Milliarden Euro reduziert. Für das laufende Jahr rechnet das Post-Management mit gut einer halben Milliarde Euro weniger Gewinn als zuletzt.

Mit der nun getroffenen Maßnahme wolle die Post vorbeugen für spätere Belastungen, hieß es. Für 2016 geht der Vorstand aber weiterhin von einem operativen Ergebnis in einer Bandbreite von 3,4 Milliarden bis 3,7 Milliarden Euro aus. Für die Umstellung der DHL-Frachtsparte auf neue Computersysteme und Geschäftsabläufe muss sich die Konzernspitze voraussichtlich etwas Neues überlegen. Die bisherigen Pläne haben nach Ansicht des Managements kaum Aussicht auf Erfolg. "Das grundlegende Ziel ist nicht, die IT zu verbessern, sondern die Verbesserung unserer Profitabilität", sagte Rosen. Die neuen Systeme seien kein Selbstzweck. Dem Finanzvorstand zufolge verspricht das bisher vorgesehene System mit dem Namen NFE kaum positive Ergebniseffekte. Daher denkt die Post-Spitze nun über eine "flexible IT-Architektur" nach, die bestehende Systeme verbessert und zusammenführt. Sie soll auch bereits verfügbare Systeme integrieren, die sich in der Speditionsbranche bewährt hätten.
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