Fit für die kalte Jahreszeit

Hat die Batterie noch genug Spannung? Beim Wintercheck sollte das überprüft werden. Bilder: dpa

Vereiste Scheiben und eingefrorenes Wischwasser haben schon so manchen Autofahrer im Winter zur Verzweiflung gebracht. Auch schlitternde Autos wegen abgenutzter Reifen haben ihre Tücken. Und eingefrorenes Kühlwasser kann zum Motorschaden führen.

Vor dem Winter stellen sich Autofahrer einige wichtige Fragen: Wie bereite ich den Wagen auf die kalte Jahreszeit vor? Muss ich für den Check eine Werkstatt aufsuchen? Experten des Automobilclubs von Deutschland, des Deutschen Verkehrssicherheitsrats und des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe geben Tipps:

Warum muss ich die Batterie und die Elektrik überprüfen lassen?

Durch die Kälte wird der Stromfluss in der Batterie vermindert, der Widerstand nimmt zu. Gleichzeitig wird das Motoröl zäher. "Der Starter muss dann eine größere Trägheit des Motors überwinden", sagt Herbert Engelmohr vom Automobilclub von Deutschland AvD. "Das schafft er nur, wenn die Batterie genügend Strom zur Verfügung stellen kann." Vor dem Winter sollte daher einer Werkstatt die Säuredichte und den Flüssigkeitsstand der Batterie überprüfen. Und auch den Ladestrom, den die Lichtmaschine liefert. Der Wagenbesitzer kann selbst überprüfen, ob die Masseverbindungen zu Anlasser, Beleuchtung und Motormanagement guten Kontakt haben.

Welche Profiltiefe sollten Winterreifen haben?

Bei Winterreifen hält der AvD ein Profil von mindestens vier Millimetern Tiefe für erforderlich. Nach seiner Auffassung ist die in Deutschland gesetzlich vorgegebene Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern auf der gesamten Lauffläche für den sicheren Betrieb eines Reifens nicht ausreichend.

Was ist noch bei der Bereifung zu beachten?

Wer noch Winterreifen aus dem vergangenen Jahr besitzt, sollte vor dem Radwechsel überprüfen, ob sie die Lagerung gut überstanden haben. Eine Sichtung des Gummis auf mögliche Risse oder Brüchigkeit und des Profilbelags hinsichtlich seiner Tiefe reichen dazu aus. Reifen mit eingebauter Verschleißanzeige namens "Tread Wear Indicator" (TWI), erkennt man an dem Aufdruck TWI auf der Reifenflanke, erklärt Engelmohr. Dort befinden sich quer zur Laufrichtung im Profil kleine Stege. Stehen diese auf einer Ebene mit dem abgefahrenen Reifenprofil, ist ein Reifenwechsel fällig.

Wie muss ich die Beleuchtung einstellen?

"Viele moderne Autos haben eine Courtesy- oder Coming-home-Funktion, die das Licht einschalten, sobald man den Wagen zu- oder aufschließt", sagt der AvD-Experte. "Die Betriebsanleitung enthält eine Anweisung, wie man diese Funktion bei strengem Frost abschalten kann, so dass beim Kaltstart dafür nicht unnötig Strom verbraucht wird." Beim Tagfahrlicht brennen bei den meisten Autos keine Heckleuchten. Daher sollte bei schlechtem Wetter und Dämmerung das Licht eingeschaltet werden.

Wie schützt man den Lack vor Korrosion durch Salz?

"Da hilft nur eins", meint Arne Joswig, Vorstand im Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK): "Der graue Schleier aus Salz muss weg. Sonst frisst sich der Mix aus Dreck, Salz, Lauge und Rollsplitt ruckzuck in die Autohaut." Das Auto sollte möglichst wöchentlich durch die Waschanlage rollen. Dabei ist zu beachten, dass vor der Normalwäsche der Schnee und grober Schmutz zunächst mit einem Handfeger und dann mit dem Hochdruckreiniger entfernt werden sollte. "Einmal im Monat vertragen Autos im Winter eine Wellnesskur mit Heißwachs und Unterbodenpflege", sagt Joswig.

Kann man den Kühler-Frostschutz selbst auffüllen?

Da Frostschutz Sondermüll ist und entsprechend entsorgt werden muss, gehört die Wartung in die Hände der Profis im Kfz-Meisterbetrieb. Wichtig ist Joswig zufolge, das vom Fahrzeughersteller vorgeschriebene Kühlmittel einzufüllen. "Falscher Frostschutz kann die winzigen Kühlkanäle verstopfen und Dichtungen sowie Schläuche angreifen." Der Behälter sollte auf keinen Fall geöffnet werden, solange er unter Druck steht und sich der Motor noch nicht abgekühlt hat.

Was kann ich selbst überprüfen und vorbereiten?

"Der Frostschutz im Kühler sollte bis zu einer Temperatur von minus 30 Grad gewährleistet sein", sagt Carla Bormann vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DRV). Testen lasse sich das mit einem zum Beispiel im Baumarkt erhältlichen Frostschutzprüfer. Die Türdichtungen gegen Frost zu wappnen, ist eine weitere Aufgabe, die der Fahrzeugbesitzer selbst bewältigen kann: "Mit Glyzerin, Silikon oder Hirschtalg kann verhindert werden, dass das Gummi am Blech anfriert."

Wie halte ich die Scheiben am besten vom Eis frei?

Das Scheibenwischwasser sollte einen ausreichenden Anteil an Frostschutz enthalten. Vorgefertigte Mischungen garantieren beispielsweise den Frostschutz bis zu minus 20 Grad. "Thermoplanen sind eine weitere Möglichkeit, die Scheiben eines Pkw vor Eisbildung zu schützen." Sollte es zu einer besonders dicken Eisschicht gekommen sein, können Enteisungsmittel helfen: Aufsprühen, kurz einwirken lassen und dann kratzen. Dabei dürfen Rückspiegel, Scheinwerfer und Kennzeichen nicht vergessen werden.
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