Flugbegleiter im Streik

Bei der Lufthansa wird wieder gestreikt. Nach 13 Pilotenstreiks legen nun erstmals in dieser Runde die Flugbegleiter ihre Arbeit nieder. Sie planen ab heute den längsten Streik in der Geschichte der Lufthansa, wählen aber eine neue Taktik.

Lufthansa-Passagiere müssen in den kommenden Tagen immer wieder mit streikbedingten Flugausfällen rechnen. Acht Tage lang soll der Arbeitskampf der Gewerkschaft Ufo dauern, doch den genauen Ablauf lässt die Gewerkschaft bewusst im Dunklen. Bislang teilte sie nur mit, dass aus Rücksicht auf die Planungen der Passagiere wegen der kurzen Frist bis heute 12 Uhr, nicht gestreikt werde. Weitere Einzelheiten werde man "rechtzeitig" heute Vormittag bekanntgeben.

Was macht die Lufthansa?

Ufo-Chef Nicoley Baublies machte am Donnerstag klar, dass man die Streiks von Tag zu Tag flexibel handhaben wolle, um der Lufthansa möglichst wenig Chancen auf Reaktionen zu geben. "Die Kunden müssen sich alle darauf einstellen, dass ihr Flug ausfallen könnte." Für die Intensität der Streiks komme es auch darauf an, ob das Unternehmen rechtliche Schritte einleite oder weitere Provokationen äußere. Bei der Lufthansa suchte ein Krisenstab nach Antworten auf die neue Strategie. "Die auf vielleicht nur noch drei Stunden verkürzte Ankündigungszeit macht die Planung für uns und unsere Passagiere viel schwieriger", sagte ein Sprecher der Fluggesellschaft.

Der Arbeitskampf betrifft nur die Lufthansa-Mutter, nicht aber die Konzerntöchter wie Germanwings, Eurowings, AUA oder Swiss. Auch einzelne Lufthansa-Fernstrecken, die von der Lufthansa Cityline betrieben werden, dürfen laut Ufo-Hinweisen an die eigenen Mitglieder nicht bestreikt werden.

Umbuchung, Stornierung

Lufthansa wollte ihre Passagiere so schnell wie möglich über Flugausfälle informieren. Die streikerfahrene Airline nutzt dafür elektronische Kanäle wie SMS, E-Mails und die eigene Homepage. Für den Ersatzflugplan waren zuvor verschiedene Szenarien entwickelt worden. Bei streikbedingten Ausfällen können Tickets kostenfrei umgebucht oder storniert werden, erklärte ein Sprecher.

Bei den parallelen Verhandlungen für die rund 33 000 Bodenbeschäftigten machte Verdi am Donnerstag erneut deutlich, dass sie eine Systemumstellung nicht mitträgt und daher weiter auf garantierten Renten besteht. Auch die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) ist gegen die Umstellung auf Festbeiträge.
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