Folge des Zustroms von Flüchtlingen
Höhere Arbeitslosigkeit durch Migration

Berlin. Deutschland muss nach den Prognosen der Regierung in den nächsten Jahren mit wachsender Arbeitslosigkeit durch den Andrang von Flüchtlingen rechnen. Diese Entwicklung sei schon in der Frühjahrsprojektion vorausgesetzt worden, teilte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums am Dienstag in Berlin mit. Die "Bild"-Zeitung hatte berichtet, dass die Zahl der Erwerbslosen 2017 erstmals seit vier Jahren im Durchschnitt steigen wird - um rund 110 000 auf dann 2,86 Millionen. Die Arbeitslosenzahl werde sich bis 2020 auf durchschnittlich 3,1 Millionen erhöhen. Der Ministeriumssprecher verwies auf die Prognose von Finanz-, Arbeits- und Wirtschaftsministerium im Oktober. Diese Zahlen lägen dann der nächsten Steuerschätzung und der Haushaltsplanung für 2017 zugrunde.

Im Juli waren 141 000 geflüchtete Menschen bei den Jobcentern arbeitslos gemeldet, etwa 10 000 mehr als im Vormonat, hatte Detlef Scheele vom Vorstand der Bundesagentur für Arbeit (BA) Ende des Monats berichtet. "Die Zahl der arbeitslosen Flüchtlinge steigt derzeit monatlich in 10 000er-Schritten", so Scheele weiter. Für die kommenden Monate schloss die BA auch eine stärkere Zunahme nicht aus, weil das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge Fortschritte beim Abbau von Asylanträgen mache.

Laut BA-Angaben beschäftigt die Wirtschaft im Frühjahr mehr als 136 000 Menschen aus Asylherkunftsländern. 99 000 davon hätten im Mai eine reguläre versicherungspflichtige Stelle gehabt, knapp 37 000 seien geringfügig beschäftigt gewesen, etwa auf Basis eines Minijobs, berichteten Statistik-Experten der Bundesagentur am Dienstag. Viele der aus den Asylherkunftsländern stammenden Beschäftigten halten sich schon länger in Deutschland auf.
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