Fotobranche sieht sich im Umbruch
Smartphone löst Kamera ab

Köln. Die weltgrößte Fotomesse Photokina reagiert auf den Umbruch im Markt und rückläufige Kamera-Verkaufszahlen und nimmt nun vor allem Jüngere ins Visier. Die Branche wolle sich auf neue Wachstumsfelder und auf die wichtigen jüngeren Konsumenten fokussieren, die bisher überwiegend ihr Smartphone zum Fotografieren nutzen, teilten Photoindustrie-Verband (PIV) und Koelnmesse am Dienstag mit. Das Kommunizieren mit Bildern und Teilen von Fotos in sozialen Netzwerken erobere jeden Lebensbereich und berge große Chancen, sagte PIV-Vorstandschef Rainer Führes. Der Wandel von der digitalen zur "smarten Technologie" sei rasant. Für Probleme sorgen weiterhin Einbrüche bei Digitalkameras. Seit 2011 halbierte sich der Absatz von 8,5 Millionen Stück auf rund vier Millionen Kameras im vergangenen Jahr. Der Umsatz fiel nach PIV-Angaben von gut 1,8 Milliarden Euro (2011) auf 1,2 Milliarden Euro 2015. Die Nachfrage nach höherwertigen Kameras sei allerdings ungebrochen, betonte Führes. Das Minus betrifft besonders preiswerte Kompaktkameras, die von den boomenden Smartphones immer weiter verdrängt werden. Die alle zwei Jahre stattfindende Photokina, die diesmal am 20. September startet, wird nun von einer stark produktorientierten Fachschau zum "Multi-Media-Event" umgestaltet. Das Spektrum soll erweitert werden, um die immer vielfältigeren Anwendungs-Möglichkeiten des Mediums Fotografie abzubilden - so etwa Kameras für die Medizin, All-Erkundungsroboter, Astro-Fotografie oder auch Datenbrillen. Die Koelnmesse rechnet mit einer ähnlich hohen Beteiligung wie 2014, als 1070 Aussteller aus 51 Ländern kamen.

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