Fotomarkt im Umbruch
Aus digital wird smart

Das Logo der Photokina ist auf dem Bildschirm einer Kamera zu sehen. Vom 20. bis 25. September 2016 werden in den Kölner Messehallen die Neuigkeiten der Fotobranche präsentiert. Foto: Federico Gambarini/dpa

Von digital zu smart - der Wandel auf dem Fotomarkt ist rasant. Und Rückgänge für klassische Kameras sind schmerzhaft für die Branche. Sie fokussiert sich nun auf Actioncams, Drohnen, neue Technologien und weitere Einsatzfelder wie Medizin, Sicherheit oder Gaming.

Die Fotobranche sieht sich mit dem Wandel von der
digitalen zur smarten Technologie vor tiefgreifenden Veränderungen.
Diese Transformation sei anspruchsvoller als der Wechsel von analog
zu digital vor gut 15 Jahren, berge aber auch Chancen und
Wachstumspotenzial. Das sagte Rainer Führes vom
Photoindustrie-Verband (PIV) am Dienstag in Köln, eine Woche vor
Start der weltgrößten Fotomesse «photokina». Die klassischen Kameras
werden laut PIV-Prognose auch 2016 erneut deutlich verlieren. Der
Absatz in Deutschland geht demnach um 13 Prozent auf rund 3,5
Millionen Stück zurück. Der Umsatz schrumpft um 10 Prozent auf 1,1
Milliarden Euro.

Dabei fallen einzelne Bereiche allerdings positiv heraus: Action-Cams
erfreuen sich großer Beliebtheit - mit einem Absatzplus von 17
Prozent auf 670 000 Stück. Kompakte Systemkameras bleiben mit 276 000
verkauften Geräten 2016 zumindest stabil. Viel Luft nach oben sieht
der Verband bei den Fotodrohnen - sogenannten Multicoptern. Die
Branche will zudem junge Leute stärker ansprechen, die bisher vor
allem mit dem Smartphone fotografieren.

Die Entwicklung der Branche gehe weg vom reinen Hardware-Lieferanten
hin zum Software- und Dienstleistungsanbieter - und umfasse
neue Anwendungsbereiche etwa für Sicherheit, Medizin, Fahrzeugbau
oder die Gaming-Branche. «Dies sind wachsende Teilmärkte von
zunehmender Relevanz, die Rückgänge in einigen etablierten
Kamerakategorien für Endkunden kompensieren werden», heißt es im
PIV-Trendreport. Die Vielfalt sei nie größer gewesen.

Über alle Geräte hinweg gewinnen Videofunktionen an Bedeutung - und
zugleich Video- und Foto-Apps. Mit ihnen lassen sich Kameras steuern,
Aufnahmen retuschieren oder Fotobücher gestalten. Computerbrillen
rücken auch für die Fotobranche stärker ins Blickfeld, sagte
PIV-Vorstandschef Führes.

Die «photokina» 2016 mit rund 1000 Ausstellen aus mehr als 40 Ländern
reagiert auf den Umbruch im Markt und will laut Koelnmesse mit
neuem Konzept und neuem Image punkten. Man werde von einer stark
produktorientierten Fachschau auf ein «Multi-Media-Event» umstellen.
Das Spektrum soll erweitert werden - unter anderem um
Astro-Fotografie, Datenbrillen oder Erkundungsroboter.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.