Frühjahrsaufschwung
Arbeitsmarkt trotzt Aprilwetter

Anders als zuletzt das Wetter ist der Arbeitsmarkt klar auf Frühjahrskurs. Wegen der robusten Wirtschaft sind die Auswirkungen des Flüchtlingszustroms außerdem gering.

Nürnberg. Das Frühjahr bringt den Arbeitsmarkt auf Trab. Trotz des wechselhaften Wetters sank die Zahl der Arbeitslosen im April in Bayern auf rund 254 000. Damit waren knapp 21 400 Menschen weniger ohne Job als im März. Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Punkte auf 3,6 Prozent. Das teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mit.

"Neben diesem saisonüblichen Rückgang der Arbeitslosigkeit zeigt sich auch im Vorjahresvergleich nach wie vor eine positive Entwicklung", kommentierte Regionaldirektions-Chef Markus Schmitz. Die Quote bleibe auch in diesem Monat 0,1 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahres. In mehr als einem Drittel der Landkreise und kreisfreien Städte liegt die Arbeitslosenquote laut Arbeitsministerium außerdem unter drei Prozent - faktisch Vollbeschäftigung. Auch der gesamtdeutsche Spitzenreiter kommt wieder einmal aus Bayern: Der Landkreis Eichstätt verzeichnet mit 1,2 Prozent die niedrigste Quote im Bundesgebiet. Von der guten Arbeitsmarktlage profitierten auch jene, die es schwerer haben im Ausbildungs- und Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. "So haben wir zum Beispiel 4,7 Prozent weniger Langzeitarbeitslose und die arbeitslosen Älteren gehen um 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück", so Schmitz. Allerdings monierte der DGB in Bayern, dass der Freistaat beim Anteil der Älteren an allen Arbeitslosen dennoch weiterhin den schlechtesten Wert aller alten Bundesländer aufweise.

"Bayern aufnahmefähig"


Die Flüchtlingskrise wirkt sich auf dem stabil dastehenden Arbeitsmarkt geringer aus als noch im vergangenen Herbst angenommen. Zwar verzeichne der Freistaat bei der Zahl der Arbeitslosen aus den 15 Hauptflüchtlingsstaaten einen Anstieg um knapp 50 Prozent auf 26 473 im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch wird die Arbeitslosigkeit in Bayern laut aktuellen Analysen in diesem Jahr nicht ansteigen. Der Freistaat zeige sich "robust und aufnahmefähig", sagte Schmitz.

Bundesweit ist die Zahl der Arbeitslosen um 101 000 auf 2,744 Millionen zurückgegangen. Das ist der niedrigste Wert in einem April seit 1991. Im Vergleich zum Vorjahr waren es 99 000 Erwerbslose weniger, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Punkt auf 6,3 Prozent. Auch saisonbereinigt ging die Zahl der Jobsucher erneut zurück - um 16 000 auf 2,706 Millionen Menschen. In Westdeutschland ging die Zahl um 7000 zurück, im Osten um 9000.

Mehr Erwerbstätige


Die Erwerbstätigkeit sowie die Zahl der Menschen mit regulärem Job wuchsen zugleich weiter. Nach den jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes vom März erhöhte sich die Zahl der Erwerbstätigen im Vergleich zum Vormonat saisonbereinigt um 44 000. Mit 43,16 Millionen Personen fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 527 000 höher aus. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung legte nach Hochrechnung der Bundesagentur von Januar auf Februar saisonbereinigt um 77 000 auf 31,04 Millionen zu. Das waren 697 000 mehr Menschen mit regulärer Beschäftigung als vor einem Jahr.

Oberpfalz mit niedrigster Quote im FreistaatDie Arbeitslosenquoten sind im April in allen bayerischen Regierungsbezirken gesunken. Auch im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich die Arbeitslosigkeit im Freistaat rückläufig, außer in Niederbayern. Dort wird ein Zuwachs von 8,7 Prozent verzeichnet. Der Anstieg dort sei vor allem durch Menschen aus den 15 Top-Herkunftsländern von Flüchtlingen, hauptsächlich durch Syrer, begründet, hieß es. Die besten Arbeitslosenquoten hatte im April die Oberpfalz mit 3,2 Prozent, gefolgt von Oberbayern, Unterfranken und Schwaben mit jeweils 3,4 Prozent. Schlusslicht bleibt mit 4,4 Prozent Mittelfranken. (Die Quoten beziehen sich auf alle zivilen Erwerbspersonen)

Oberbayern: 85 532, 3,4 Prozent (April 2015: 3,6 Prozent)

Niederbayern: 24 066, 3,6 Prozent (April 2015: 3,3 Prozent)

Oberpfalz: 19 450, 3,2 Prozent (April 2015: 3,4 Prozent)

Oberfranken: 22 581, 3,8 Prozent (April 2015: 4,2)

Mittelfranken: 42 649, 4,4 Prozent (April 2015: 4,6 Prozent)

Unterfranken: 25 043, 3,4 Prozent (April 2015: 3,4 Prozent)

Schwaben: 34 571, 3,4 Prozent (April 2015: 3,5 Prozent)

Bayern gesamt: 253 883, 3,6 Prozent (April 2015: 3,7 Prozent) (dpa)
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