Furchtlosigkeit kann nicht verordnet werden

Zum Kommentar von Frank Werner am 13. Januar mit dem Titel "Was Islamisten und Anhänger von Pegida gemeinsam haben" schreibt ein Leser:

Gleich vorweg: nicht die Kritik an der Pegida ist falsch, sie ist in den genannten Punkten wohl zutreffend, aber diese Bewegung gleich mit lslamisten (zu denen ja auch die IS gehört!) in einen Topf zu werfen, dürfte wohl alles andere als legitim sein. Der Kommentator hat eine gravierende Tatsache wohl übersehen: die Islamisten betreiben eine höchst aggressive Politik gegenüber dem christlichen (und nicht nur!) Westen, die IS sogar einen Vernichtungsfeldzug. Die Pegida dagegen hat einfach nur Angst vor diesen extremen Islamisten.

Die Kritik des Kommentators ist außerdem nicht gerade hilfreich - kann dies doch nur zu einer Trotzhaltung solcher Vereinigungen führen, d.h. die Anhängerschaft von Pegida könnte deshalb - wegen ihrer Gleichsetzung mit den lslamisten - sogar zunehmen. Abgesehen davon, dass diese Bewegung zwischenzeitlich nicht nur in Deutschland Anhänger findet, sollte man bedenken, warum solche Strömungen überhaupt Anhänger finden. Diese Menschen haben einfach nur Angst. Sie fürchten sich vor weiteren islamistischen Übergriffen. Es ist wenig dienlich, wenn deutsche Politiker, wie Bundeskanzlerin Merkel oder Bundesinnenminister de Maizière gebetsmühlenartig fordern, solchen Vereinigungen (auch AfD) nicht hinterherzulaufen.

Interessant die Äußerung von Herrn de Maizière in der Bild am Sonntag vom 11. Januar 2014: "Den Triumph, dass wir uns fürchten, dürfen wir den Terroristen nicht gönnen." Das heißt ja fast so, als ob der deutsche Bürger keine Angst zu haben hat - von oben verordnete Furchtlosigkeit? Die Geschichte beweist, dass bei politischen Abweichungen nach links oder recht meist die Ursache in politischen Regierungen liegt, die nicht fähig oder willens sind, eine Politik zu betreiben, Strömungen à la Pegida zumindest einzudämmen. Hilfreich wäre folgendes: Die deutsche Politik sollte endlich Ursachenforschung betreiben, d.h. die Ängste der Menschen in der gegenwärtigen Situation begreifen, warum diese nicht mehr mit der sogenannten "bürgerlichen" Regierung einverstanden sind, und geeignete Maßnahmen - wie auch immer - ergreifen.

Karl Dieter Schlitt92237 Sulzbach-Rosenberg
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