G20-Runde in Shanghai
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Selten hat es vor einem G20-Treffen so viele Konflikte auf einmal gegeben. In Alarmstimmung sind die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer zwar nicht. Das heißt aber nicht, dass es keine Differenzen gibt.

Berlin. An Gesprächsstoff wird es den Finanzministern und Notenbankchefs der Top-Wirtschaftsmächte nicht mangeln, wenn sie sich Ende der Woche in Shanghai treffen: Die Turbulenzen an den Finanzmärkten, der Ölpreisverfall und die Nöte der Förderländer, die Konjunkturrückschläge in China und Japan, nachlassendes Wachstum auch in Schwellenländern, eine immer noch extrem lockere Geldpolitik, die Flüchtlingskrise in Europa und die vielen ungelösten geopolitischen Konflikte.

In dieser Gemengelage wird es oberstes Ziel der in der G20 vereinten Industrie- und Schwellenländer sein, am Freitag und Samstag keine neue Unsicherheiten zu schüren und Vertrauen schaffende Signale zu senden. Wer auf neue Aktionspläne unter chinesischem Vorsitz setzt, dürfte enttäuscht werden. Denn trotz aller Unruhe: Von einer Finanz- und Wirtschaftskrise wie 2009 ist die Welt weit entfernt. Auch wenn es so viele Probleme und Krisen auf einmal wohl noch nie in der Geschichte der G20-Runde gegeben hat.

Was das ein oder andere G20-Land nicht davon abhalten wird, die Notenbanken zu einer weiteren Flutung der Märkte mit neuem Geld zu ermuntern und eine noch expansivere Geldpolitik zu fordern. Obwohl hier die Mittel ziemlich ausgereizt sind. Das wissen die Befürworter neuer Geldspritzen. Und sehen deshalb den Staat in der Pflicht, neue Konjunkturprogramme aufzulegen und die Schuldenspirale voranzutreiben: Zur Erinnerung: 2010 hatten sich die G20 in Toronto darauf verständigt, bis zum Jahr 2013 das Staatsdefizit der Industriestaaten zu halbieren - was Deutschland und die Euro-Zone insgesamt geschafft haben.

Insbesondere angeschlagene Schwellenländer dürften sich dafür stark machen, dass von Finanzinstitutionen wie dem Internationalen Währungsfonds (IWF) oder Entwicklungsbanken mehr Geld bereit gestellt wird und größere Sicherheitsnetze gespannt werden. Das Geld sollte mit wenig Auflagen fließen.

Die Euro-Zone steht einmal nicht im Zentrum. Die Europäer werden sich in Shanghai dennoch besorgte Fragen gefallen lassen müssen, was wegen des Dauerstreits in der Flüchtlingskrise aus Europa wird.
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