Gabelstapler-Hersteller baut mit Milliarden-Übernahme in USA Geschäft aus
Kion auf der Fahrt in Richtung Industrie 4.0

Bei der Erstnotierung von Kion an der Frankfurter Börse im Juni 2013 schwang sich Unternehmenschef Gordon Riske auf den Sitz eines Gabelstaplers. Archivbild: dpa

Wiesbaden. Der Gabelstapler-Hersteller Kion will mit einem Zukauf sein Geschäft vor allem in den USA ausbauen. Kion werde für den Automatisierungs- und Lieferkettenspezialisten Dematic abzüglich bestimmter Verbindlichkeiten voraussichtlich einen Kaufpreis von etwa 2,1 Milliarden US-Dollar (1,85 Milliarden Euro) zahlen, teilte der im MDax notierte Konzern am Dienstag in Wiesbaden mit. Genauere Details dazu nannte Kion nicht.

Dematic kam im vergangenen Jahr mit knapp 6000 Mitarbeitern auf einen Umsatz von rund 1,8 Milliarden Dollar, wovon 166 Millionen Dollar als bereinigter operativer Gewinn übrig blieben. Verkäufer sind die Finanzinvestoren AEA Investors und Ontario Teachers' Pension Plan. Kion selbst setzte 2015 mit rund 23 500 Mitarbeitern rund 5,1 Milliarden Euro um.

Der Zukauf werde zunächst durch einen Brückenkredit über drei Milliarden Euro finanziert, der von einer Gruppe von Banken fest zugesagt worden sei. Zudem plant Kion eine Kapitalerhöhung, an der auch der chinesische Großaktionär Weichai Power teilnehmen wird. Auf der jüngsten Hauptversammlung war die Ausgabe von bis zu zehn Prozent neuer Aktien genehmigt worden. Mit dem Zukauf verstärke sich Kion vor allem in der Logistik, sagte Unternehmenschef Gordon Riske laut Mitteilung. Wie kein anderer in der Branche könne Kion dann jeden Kunden nahtlos auf seiner Reise in Richtung Industrie 4.0 und Intralogistik 4.0 begleiten, und das weltweit. Unter Industrie 4.0 versteht man die Verzahnung der industriellen Produktion mit der Informations- und Kommunikationstechnologie. Dematic gehörte unter anderem mehr als zwei Jahrzehnte zum Mannesmann-Konzern, der seine Tochter im Jahr 2000 an Siemens verkaufte. Die Münchener gliederten den Bereich ein paar Jahre später aus und veräußerten ihm an den Finanzinvestor Triton, der das Unternehmen wiederum an die jetzigen Eigentümer weiterverkaufte.
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