Gabriel zu Besuch im Iran
Vizekanzler als Diplomat

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (links, SPD) besuchte am Montag den iranischen Ölminister Bijan Namdar Zangeneh in Teheran. Bild: dpa

Teheran. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat bei seinem Besuch im Iran für engere Wirtschaftsbeziehungen geworben - zugleich aber Hoffnungen auf einen raschen Neustart der Wirtschaft des Landes gedämpft. "Man darf keine Wunder erwarten", sagte er am Montag in Teheran. "Wenn man zehn, 15 Jahre vom Weltmarkt isoliert gelebt hat, dann gibt es nicht von jetzt auf gleich wirtschaftlichen Erfolg."

Der Vizekanzler sicherte der Regierung Unterstützung für ihren Öffnungskurs zu und stellte ein stärkeres Engagement der deutschen Wirtschaft in Aussicht. Seit der Beilegung des Atomstreits vor rund 15 Monaten und dem damit verbundenen Ende der Isolation des Landes kommt der Handel aus Sicht der deutschen Wirtschaft nicht so in Schwung wie erhofft. Auch unter Iranern wächst der Unmut. Grund sind unter anderem Probleme bei der Finanzierung der Geschäfte. Ein Grund dafür sind noch bestehende US-Sanktionen im Finanzsektor und damit verbundene Rechtsunsicherheit. Deutsche Unternehmen erhoffen sich Milliardengeschäfte, da das Land mit 80 Millionen Einwohnern einen immensen Modernisierungs- und Nachholbedarf hat. Im Rahmen des Besuchs sollten mehrere Geschäfte vereinbart werden. Der Vizekanzler sprach auch den Syrienkrieg an. "Wir sind alle miteinander darauf angewiesen, dass wir die Konfliktparteien in Syrien dazu bewegen, diesen mörderischen Konflikt zu beenden", sagte er.

Der SPD-Chef schaltete sich vom Iran aus auch in die Debatte über die angeschlagene Deutsche Bank ein. "Ich wusste nicht, ob ich lachen oder wütend sein soll, dass die Bank, die das Spekulantentum zum Geschäftsmodell gemacht hat, sich jetzt zum Opfer von Spekulanten erklärt." Er mache "sich Sorgen um die Menschen, die bei der Deutschen Bank beschäftigt sind."
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