Gamescom eröffnet
Köln als Spielwiese

Spielen, Spielen, Spielen: Die Spielemesse Gamescom in Köln ist eröffnet. Computerspiele. Allerdings gibt es nur noch wenige Tagestickets. Bild: dpa

Die Gamescom ist für Spielebegeisterte ein Eldorado. Nirgends sonst können Spiele noch vor dem Marktstart exklusiv angespielt werden. Die Branche nutzt die Messe als Aushängeschild.

Köln. Die Spiele-Messe Gamescom in Köln startet mit einem Fokus auf virtuelle Realität. Zum Auftakt stellten die Veranstalter am Mittwoch auch die Bedeutung der Branche über die eigenen Grenzen hinaus in den Vordergrund. Die virtuelle Realität gilt als Paradebeispiel dafür, weil sie auch in Medizin, Bildung, Industrie oder Verkauf eine immer größere Rolle spielt. Zahlreiche Spiele, in denen der Spieler mit Hilfe eines Headsets oder einer VR-Brille komplett in künstliche Welten abtauchen können, stehen auf der Gamescom zum Testen bereit.

Die Gamescom wird in Köln traditionell von einem umfangreichen Rahmenprogramm flankiert, darunter auch Angebote für Eltern und Familien. In diesem Jahr wird auch der Kölner Dom einbezogen. Bis zum Freitag werde das Gotteshaus abends ab 22 Uhr für Besucher offen stehen, sagte Oberbürgermeisterin Henriette Reker am Mittwoch zur Eröffnung der Messe. Geplant sei eine "multisensorische Inszenierung" mit Lichtinstallation und Lasershow.

"Das nächste große Ding"


"Virtual Reality ist das nächste große Ding", sagte Maximilian Schenk, Geschäftsführer des Branchenverbands BIU. "Wir wünschen uns natürlich, dass das Interesse das ganze Jahr anhält." Damit setzten Computerspiele als "Leitmedium unserer Zeit" auch über die Branchengrenzen hinweg Standards. So zeigten sie etwa auf, wie auch die Industrie 4.0 zu funktionieren habe, nämlich intuitiv und die Menschen verbindend.

Die Bedeutung der Branche sei noch immer nicht überall sichtbar, oft werde sie reflexartig für gesellschaftliche Ereignisse verantwortlich gemacht, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Dorothee Bär (CSU) in Köln. Sie verwies in ihrem Grußwort auf eine australische Studie, wonach Kinder, die regelmäßig spielen, besser in der Schule seien. Zudem sprach sie dafür aus, den E-Sport als Sportart anzuerkennen und in die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Sender aufzunehmen. Auf der Gamescom gehören E-Sport-Titel, bei denen die Gamer gegeneinander am PC oder der Konsole in den Wettkampf ziehen, zu den großen Trendthemen.

Zur Gamescom ging auch ein neues Online-Beratungsangebot für Internetsüchtige an den Start. Der an der Uniklinik Bochum angesiedelte "Online-Ambulanz-Service für Internetsüchtige" (OASIS) richtet sich sowohl an Betroffene als auch an deren Angehörige. Er will bei süchtigem Verhalten bezogen auf verschiedene Netzinhalte beraten - von Computerspielen über soziale Netzwerke bis hin zu Pornografie. Auf der Seite können Betroffene oder Angehörige etwa testen, ob sie selbst oder ein Familienmitglied gefährdet seien. Beratung per Webcam im Videochat soll vom 1. September an folgen.

Nur wenige Tagestickets


Die Gamescom öffnet ab heute für alle Besucher. In diesem Jahr gibt es unter dem Eindruck der jüngsten Terror-Anschläge verstärkte Sicherheitsmaßnahmen. Besucher sollen wenn möglich Taschen und Rucksäcke zu Hause lassen. Traditionell bevölkern während der Messe auch zahlreiche zum Teil sehr fantasievoll kostümierte Rollen-Spieler die Messehallen und die Stadt am Rhein. Wegen nicht eingelöster Gutscheincodes gebe es für alle Publikumstage noch wenige Hundert Tagestickets, teilte der Veranstalter Koelnmesse mit. Die Tickets seien solange der Vorrat reicht im Online-Shop zu den regulären Verkaufspreisen verfügbar.
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