Gedämpfter Optimismus in der bayerischen Metall-und Elektroindustrie
Lage gut, Unsicherheit groß

München. Die Betriebe der bayerischen Metall- und Elektroindustrie mit ihren gut 800 000 Beschäftigten blicken vorsichtig optimistisch in die Zukunft. "Die Lage ist gut, die Erwartungen verhalten und die Unsicherheit groß", fasste der Hauptgeschäftsführer der Branchenverbände Bayme und VBM, Bertram Brossardt, die Herbstumfrage unter den Verbandsunternehmen zusammen. Insgesamt bewerten die Betriebe ihre Lage so gut wie seit vier Jahren nicht mehr. Rund drei Viertel der Unternehmen meldeten eine sehr gute bis zufriedenstellende Ertragslage. Für 2016 rechnet die große Mehrheit der Unternehmen mit einer Fortsetzung der insgesamt guten Geschäfte. Produktion und Investitionen sollen sich dabei leicht erhöhen. Dabei liegt der Schwerpunkt allerdings an den Auslandsstandorten. "Diese Entwicklung macht es auf Dauer schwer, Arbeitsplätze bei uns zu halten", warnte Brossardt. Zwar wollten 33 Prozent der Firmen im ersten Halbjahr 2016 in Bayern neue Jobs schaffen, doch planten auch 17 Prozent Stellenstreichungen. Der Beschäftigungsanstieg werde sich daher verlangsamen. Kamen 2015 noch 18 000 neue Jobs dazu, würden es im ersten Halbjahr 2016 wohl nur rund 5000 sein. Angesichts der gedämpften Prognosen und der wachsenden Unsicherheit bezüglich Ölpreis, Euro-Kurs sowie der internationalen Krisen forderte Brossardt für die Unternehmen mehr Flexibilität bei Löhnen und Arbeitszeiten. Nur so könnten die Betriebe auf kurzfristige Veränderungen in ihrem Geschäftsumfeld reagieren. Es gehe nicht darum, den Beschäftigten etwas wegzunehmen, man brauche aber einen "floatenden Tarifvertrag", der sich an die jeweilige Geschäftslage anpasse.

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