Gefahr durch Klimawandel
Peruanischer Bauer klagt gegen RWE

Saul Luciano Lliuya aus Peru zieht gegen den Energiekonzern RWE vor Gericht. Bild: Germanwatch/dpa

Essen. Ein peruanischer Bauer verklagt vor dem Essener Landgericht den Stromriesen RWE wegen der CO2-Belastung durch Kraftwerke des Konzerns. Der Kläger sieht sein Haus in den peruanischen Anden in Huaraz etwa 450 Kilometer nördlich von Lima gefährdet, weil der Klimawandel einen Gletscher oberhalb des Hauses zum Schmelzen bringe. Das teilte das Landgericht am Dienstag mit. Der Prozess ist für den 24. November geplant.

Für den Klimawandel sei RWE entsprechend seinem Anteil am weltweiten CO2-Ausstoß mitverantwortlich, argumentiert der Bauer. Er verlangt, dass sich der Konzern mit 17 000 Euro an Schutzmaßnahmen der örtlichen Gemeinde beteiligt oder wenigstens umgerechnet 630 Euro übernimmt, die er selbst zur Sicherung seines Hauses ausgegeben habe. Ein RWE-Sprecher sagte, das Unternehmen sehe keine Grundlage für einen Rechtsanspruch. Bereits in den 1990er Jahren hätten Bundesgerichtshof und Bundesverfassungsgericht eine Haftung einzelner Anlagenbetreiber für allgemeine Luftverunreinigungen verneint. Der Zusammenhang zwischen CO2-Emissionen und der angeblichen Flutgefahr in den Bergen sei nicht bewiesen. Zudem habe RWE eine gesetzliche Genehmigung für den Anlagenbetrieb.
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