Gerüchten widersprochen
GfK steht nicht zum Verkauf

Wohin geht es mit der GfK? An einen Verkauf werde nicht gedacht, teilte der GfK-Verein, Mehrheitseigner des Marktforschungsunternehmens, mit. Archivbild: dpa

Am Aktienmarkt wurden die Gerüchte positiv aufgenommen: Am Donnerstag kursierten Meldungen, wonach das Nürnberger Marktforschungsunternehmen GfK vor dem Verkauf steht. Das wurde nun dementiert.

Nürnberg. Der GfK-Verein, Mehrheitseigner des Marktforschungsunternehmens GfK, hat Gerüchte über einen angeblichen Verkauf dementiert. "Diverse Medienberichte bestätigt der Verein nicht", teilte eine Sprecherin am Freitag mit. Der Verein habe zu keinem Zeitpunkt erwogen, und tue es auch derzeit nicht, seine GfK-Aktien insgesamt oder auch nur einen Teil davon zu verkaufen. Der GfK-Verein besitzt 56,5 Prozent an dem Unternehmen.

"Schon allein die Satzung des GfK Vereins verdeutlicht, dass ein Aktienverkauf nicht einfach so möglich ist, da das Präsidium und der Gesellschafterrat einem solchem Vorhaben zustimmen müssten und das tun sie nicht", erklärte der Präsident des GfK-Vereins, Hubert Weiler. Zuvor hatte es Medienberichte gegeben, wonach der GfK Verein über eine Fusion oder den Verkauf von Anteilen an einen Wettbewerber nachdenke.

Nach wiederholt schlechten Geschäftszahlen hatten Aufsichtsrats-Chef Arno Mahlert sowie Vorstandschef Matthias Hartmann ihren Rücktritt bekanntgegeben. Zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden war am Donnerstag in einer außerordentlichen Sitzung der Marketing-Experte Ralf Klein-Bölting gewählt worden.

Konsumklima-Index steigtAm Freitag veröffentlichte die GfK ihren Konsumklima-Index. Demzufolge hat sich trotz Terrorangst und Brexit-Sorgen die Verbraucherstimmung in Deutschland leicht verbessert. Der Konsumklimaindex für September stieg auf 10,2 Punkte - nach 10,0 Zählern im August.

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung beurteilen die Verbraucher zwar weiter eher zurückhaltend; der Konjunktur-Indikator ging dementsprechend leicht zurück. "Dennoch gehen die Bürger nach wie vor davon aus, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden Monaten weiterhin moderat wachsen wird", hieß es von der GfK. Bei den Einkommen erwarten die Konsumenten dagegen wieder eher mehr im Geldbeutel. Auch in Bezug auf ihre eigene finanzielle Lage seien die Konsumenten "geradezu euphorisch". Auch die Kauflust bleibt ungebrochen groß: Die Anschaffungsneigung gewinnt weiter leicht dazu.

Die große Zahl von Flüchtlingen habe die Deutschen nicht nachhaltig verunsichert, sagte Konsumforscher Rolf Bürkl. "Bei den Konjunkturerwartungen und den Erwartungen an die Arbeitslosigkeit generell hat sich das Thema im vergangenen Spätsommer und Herbst bemerkbar gemacht." Inzwischen seien hier jedoch keine Auswirkungen mehr erkennbar. Auf die Konsumstimmung habe das Thema schon vor einem Jahr weit weniger Einfluss gehabt. "Die Menschen wissen, dass es gesamtwirtschaftlich eine Belastung sein kann. Aber sie hatten keine Angst, dass die Flüchtlinge ihnen den Arbeitsplatz weg nehmen", sagte Bürkl. (dpa)
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