Gespräche mit der LSE
Börse findet Partner

Die Deutsche Börse (im Bild der Handelssaal in Frankfurt) lotet mit der Londoner Börse (London Stock Exchange/LSE) einen Zusammenschluss aus. Damit würde der größte europäische Börsenbetreiber entstehen. Der Aktienhandel in Frankfurt soll aber weiter unabhängig von demjenigen in London laufen. Zur LSE gehört auch die Börse in Mailand. Archivbild: dpa

Die Deutsche Börse sucht schon länger Partnerschaften mit anderen großen Handelsplätzen. Nachdem der Konzern unter anderem in den USA nicht zum Zug kam, gibt es nun Fusionsgespräche mit der Börse London.

Frankfurt/London. Im Wettstreit mit der starken Konkurrenz an anderen Finanzplätzen will die Deutsche Börse mit der Londoner Börse zusammengehen. Der seit Frühjahr 2015 amtierende Chef Carsten Kengeter plant eine Fusion mit der London Stock Exchange (LSE). Bei dem Zusammenschluss würden die Aktionäre der Deutschen Börse mit 54,4 Prozent am neuen Gemeinschaftsunternehmen die Mehrheit halten. Auf die Anteilseigner des Londoner Börsenbetreibers sollen die übrigen 45,6 Prozent entfallen. Die Nachricht ließ den Börsenkurs beider Unternehmen steil nach oben schießen.

Die Führungsetagen beider Unternehmen "bestätigen, dass sie in detaillierten Diskussionen über eine möglichen Fusion unter Gleichen" seien, teilte die LSE am Dienstag mit. Ziel sei es, eine gemeinsame Dachgesellschaft zu bilden. Wenn es zu einer Übereinkunft kommt, sollen die Anteilseigner der britischen und der deutschen Börse ihre Aktien gegen Anteile des neuen Gemeinschaftsunternehmens eintauschen. Die Deutsche Börse hatte bereits vor einigen Jahren mehrere Fusionen angestrebt, die sich aber nicht realisieren ließen. Vor dem Aus für die Fusion mit der New York Stock Exchange (NYSE) waren frühere Pläne zur Übernahme der LSE und zur Übernahme der Vierländer-Börse Euronext geplatzt. Die Deutsche Börse hatte zuletzt mehrere Partnerschaften in Asien geschlossen.
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