Gewerkschaft berät über Einsetzung eines Schlichters - Lufthansa: Kunden verärgert
Weiterer Pilotenstreik möglich

Keine Passagiere an Lufthansa-Schaltern könnte es noch öfter geben. Archivbild: dpa
Bei der Lufthansa sind neuerliche Pilotenstreiks noch nicht abgewendet. Die Tarifkommission der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) beriet am Dienstag unter anderem über das Angebot der Fluggesellschaft, im Teilkonflikt um die Übergangsrenten einen Schlichter einzusetzen. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen und werde voraussichtlich erst in den nächsten Tagen mitgeteilt, sagte VC-Sprecher Jörg Handwerg in Frankfurt.

Die Folgen der fortgesetzten Ausstände setzen der Lufthansa zu. Nach seiner Schätzung dürften sich die Belastungen durch die Pilotenstreiks auf knapp 200 Millionen Euro belaufen, hatte das Mitglied des Lufthansa-Passagevorstands, Kay Kratky, in Frankfurt gesagt. Man fürchte um die zahlungskräftigen Premium-Kunden. Bei ihnen herrsche "große Verärgerung, fast Enttäuschung". Im Mitarbeitermagazin "Lufthanseat" berichtete der Vertriebsmanager Christian Tillmans über Schwierigkeiten mit internationalen Großkunden, die wegen der häufigen Streiks die Zusammenarbeit in Frage stellten. Sie erwögen ernsthaft, "ihre Reiseregeln so zu verändern, dass Lufthansa nicht mehr die bevorzugte Airline ist."

Bei den Reisebüros sinke wegen der vielen unbezahlten Mehrarbeit die Bereitschaft, Lufthansa-Kunden im Streikfall weiterzuhelfen. Die Gäste würden an die ohnehin stark belasteten Lufthansa-Callcenter verwiesen.

Immerhin hat Lufthansa im streikfreien November bessere Geschäfte gemacht als ein Jahr zuvor. Obwohl 4,3 Prozent weniger Flüge stattfanden, stieg die Zahl der verkauften Sitzkilometer um 2,4 Prozent auf 15,84 Milliarden, wie das Unternehmen mitteilte. Die Zahl der Passagiere lag mit 7,9 Millionen knapp 1 Prozent über Vorjahr.
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