GfK-Index legt zu
„2016 wird gutes Konsumjahr“

Einige Monate lang zeigten sich die Verbraucher in Deutschland spürbar zurückhaltend - nun scheint es mit dem Konsumklima wieder aufwärtszugehen. Viele Bundesbürger setzen 2016 auf eine robuste Konjunktur und sichere Jobs.

Nürnberg. Gute Wirtschaftsaussichten und die Hoffnung auf weiter steigende Einkommen mildern bei den Bundesbürgern die Verunsicherung durch die Flüchtlingskrise und mögliche Terrorgefahr. Die Verbraucherstimmung in Deutschland hat sich zum Jahreswechsel wieder spürbar aufgehellt, wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in ihrer am Dienstag veröffentlichten Konsumklimastudie berichtet. Nachdem die Konsumlaune im Herbst verhalten war, blicken die Verbraucher zuversichtlich ins neue Jahr. Für Januar 2016 prognostiziert die GfK einen Gesamtindikator von 9,4 Punkten - nach 9,3 Zählern im Dezember 2015.

"Damit beendet das Konsumklima im neuen Jahr seinen seit vier Monaten andauernden Abwärtstrend", kommentierte GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl die Zahlen. Er zeigte sich zuversichtlich, "dass auch 2016 ein gutes Konsumjahr werden kann". Die Binnennachfrage werde eine wichtige Stütze der Konjunktur in Deutschland bleiben.

Niedriger Ölpreis


Laut GfK-Umfrage rechnen die Bürger mit steigenden Einkommen, viele sehen die Konjunktur wieder in besserer Verfassung als in den Vormonaten. Mit 2,9 Punkten lag der entsprechende Indikator im Dezember wieder im positiven Bereich, nachdem er noch im November bei minus 5,3 Punkten gelegen hatte. Inzwischen scheine weder die zuletzt gestiegene Terrorgefahr noch der anhaltende Zustrom von Flüchtlingen die Verbraucher nennenswert zu beeindrucken, meinte Bürkl. Vielmehr rückten wieder die verbesserten Wirtschaftsaussichten in den Blickpunkt. Hinzu komme die günstige Preisentwicklung. Insbesondere der niedrige Ölpreis drücke die Verbraucherpreise.

Handel rechnet mit gutem WeihnachtsgeschäftObwohl das Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr nur langsam in Fahrt kam, geht der Handelsverband Deutschland (HDE) nach wie vor davon aus, dass die Verbraucher in Deutschland deutlich mehr Geld für das Weihnachtsfest ausgeben werden als im Vorjahr. Rund 86,7 Milliarden Euro sollen es werden, zwei Prozent mehr als 2014.

Dennoch wird sich wohl erst in den letzten Tagen des Jahres entscheiden, ob die Weihnachtswünsche des Handels in Erfüllung gehen. Denn immer häufiger werden die Geschenke erst unmittelbar vor Weihnachten oder sogar erst nach den Festtagen mit Gutscheinen und geschenktem Geld gekauft. Fest stehen aber wohl jetzt schon die großen Gewinner und Verlierer dieser Weihnachtssaison. Die Gewinner: der boomende Internet-Handel und stationäre Händler mit starkem Online-Standbein. Verlierer: der Textilhandel.

Der Modehandel leidet unter der warmen Witterung, die kein Interesse an Winterbekleidung aufkommen lässt. Kein Wunder also, dass viele Bekleidungsgeschäfte die Kunden mit einem vorgezogenen Schlussverkauf in die Läden locken wollen und mit Rabatten zwischen 30 und 50 Prozent werben. Das hilft - vielleicht - dem Umsatz, aber ganz sicher nicht dem Gewinn. Besser sieht es laut HDE in anderen Branchen aus. Das Geschäft mit Spielwaren laufe gut - und auch Haushaltswaren, Uhren, Schmuck und Bücher seien Renner, betonte der HDE. Der Lebensmittelhandel berichte ebenfalls von starken Umsätzen.

Weiter im Aufwind sind aber vor allem die Online-Händler. Sie erzielten allein im Oktober und November nach Angaben des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel (BEVH) ein Umsatzplus von 13,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Neben dem Online-Giganten Amazon profitieren nach Angaben des Handelsforschungsinstituts EHI dabei immer stärker stationäre Händler mit gut ausgebauten Online-Angeboten von der Lust der Bürger am Einkaufen im Internet. Denn sie können den Kunden das beste aus beiden Welten liefern: Die Bequemlichkeit und die riesige Auswahl des Internets, aber auch persönliche Beratung. (dpa)
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