Grenzen der Pressefreiheit

Gegen die Diffamierung des Christentums und des Islam in Karikaturen spricht sich ein Leser aus:

In der Ausgabe ihrer Tageszeitung vom 19. Januar sind zwei interessante Artikel direkt nebeneinander abgedruckt. Zum einen ein Kommentar von Stefan Zaruba über die freie Meinungsäußerung sowie Versammlungsfreiheit, daneben ein Bericht über die Demonstrationen in Pakistan, in Nigeria, in Ägypten und sicherlich noch in anderen moslemisch geprägten Ländern.

Wir in Europa und auch in Deutschland dürfen uns nicht wundern, wenn Gläubige und vor allem Gelehrte der islamischen Religion auf die Barrikaden gehen, wenn fortgesetzt ständig ihre Religion (zum Beispiel durch diese Mohammed-Karikaturen) von Personen, die nicht dem Islam angehören, verunglimpft wird. Ich kann diese Proteste sehr gut verstehen.

Das gleiche geschieht ja auch mit unserer christlichen Religion. Da wird auf einem Bild anstatt Jesus Christus ein gekreuzigtes Schwein dargestellt oder der ans Kreuz geschlagene Jesus Christus liegt mit dem Kreuz am Ballermann-Strand zwischen Oben-ohne-Frauen und bittet darum, dass ihm jemand beim "Umdrehen behilflich sein möchte" (wahrscheinlich zur Vermeidung eines Sonnen-Brandes).

Das hat mit Karikatur oder Satire nichts, aber auch gar nichts mehr zu tun. Das ist Gotteslästerung im höchsten Grad und gehört sich normalerweise unter Strafe gestellt. In mir haben diese Bilder eine ohnmächtige Wut ausgelöst. Meine religiösen Gefühle waren zutiefst verletzt. Das Betrachten dieser Bilder ist schon längere Zeit her, sie spuken jedoch noch immer im Gedächtnis herum. Ich kann mir vorstellen, es ging jedem Christen, der diese Verunglimpfung ansehen musste, genauso wie mir. Die körperliche Unversehrtheit ist in Deutschland ein Grundrecht und genauso gehört sich das Recht auf seelische Unversehrtheit geschützt.

Mit welchem Recht werden gläubige Menschen von angeblichen Journalisten oder Karikaturisten in einem derart unerträglichen Maß diffamiert. Die Grenze der Pressefreiheit ist dabei weit überschritten, da befindet man sich bereits im Bereich der Narrenfreiheit. Das sollte jedoch ganz bestimmt nicht das sein, das wir von Freiheit im Allgemeinen verstehen und wünschen.

Wenn wir schon in Europa und speziell auch in Deutschland zum Zusammenleben mit Ausländern sowie deren Kulturen und Religionen aufgerufen sind, so sind wir zu 100 Prozent auch dazu verpflichtet, gegenseitigen Respekt zu erweisen vor der Kultur und der Religion des Anderen. Und zu dieser Verpflichtung gehört auch der Respekt vor der eigenen, nämlich der christlichen Religion in unserem Land und in Europa.

Peter Kunz, Weiden
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