Gründe für einen Kirchenaustritt

Ein Leser beschäftigt sich mit der steigenden Zahl der Kirchenaustritte in Deutschland:

Die Kirchen beklagen die steigenden Austritte der Gläubigen. Der Grund hierfür ist nach Einschätzung des evangelischen Landesbischofs das neue Einzugsverfahren der Kirchensteuer auf Kapitalerträge. Nach meiner Meinung ist dies nur ein Tropfen, der das Fass weiter zum Überlaufen bringt.

Zum einen ist es erwiesen, dass die beiden großen Kirchen zusammengenommen zu den größten Arbeitgebern in Deutschland gehören. Sie führen als Unternehmer Krankenhäuser, Behindertenheime, Sozialstationen, Banken, Versicherungen, Verlage, Getränkehersteller und zahlreiche andere Firmen. Bedenkt man weiterhin, dass speziell die katholische Kirche der größte Grundbesitzer der westlichen Welt ist und den Überblick über den Besitz und die Reichtümer längst verloren hat, stellt sich den Gläubigen selbstverständlich die Frage, aus welchem Grund der Steuerzahler verpflichtet ist, Kirchensteuer in beträchtlicher Höhe zu entrichten.

Zudem werden ja auch noch die nicht unerheblichen Gehälter der hochrangigen Geistlichen, wie Bischöfe und Kardinäle, von den Steuergeldern der Bürger entrichtet. Hört man dann noch von den Vorgängen in Limburg, ist die einzig richtige Entscheidung ein Austritt aus der Kirche, denn nur so kann man der Verpflichtung zur Entrichtung der Kirchensteuer entgehen. Wollten somit die Kirchen den steigenden Austritten entgegenwirken, so müssten sie darauf Einwirken, dass die Kirchensteuer abgeschafft oder mindestens erheblich reduziert würde. Deutschland ist ohnehin eines der seltenen Länder, die überhaupt eine Kirchensteuer für nötig erachten.

Es gilt zu bedenken, dass in Form der Kirchensteuer mit den Steuergeldern der Bürger Entschädigungszahlungen für Missbrauchsopfer geleistet werden. Dieses Privileg genießen offenbar nur kirchliche Straftäter.

Willi Reil,92237 Sulzbach-Rosenberg
Weitere Beiträge zu den Themen: Februar 2015 (7876)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.