Gütersloher Medienkonzern übernimmt Hamburger Verlagshaus Gruner + Jahr
Bertelsmann bekommt "Brigitte"

Gruner + Jahr schlüpft unter das Dach von Bertelsmann. Bild: dpa
Europas größter Medienkonzern Bertelsmann hat beim Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr (G+J) in Zukunft voll und ganz das Sagen. Die Gründerfamilie Jahr zieht sich aus dem Hamburger Medienhaus zurück, das Titel wie "Stern", "Brigitte" und "Geo" herausgibt. Nach einem Verlustjahr 2012 gab es 2013 wieder einen Gewinn von 81 Millionen Euro bei G+J. Zu Bertelsmann gehören unter anderem die Fernsehgruppe RTL und der Buchriese Penguin Random House.

Bertelsmann-Chef Thomas Rabe sagte am Montag, der Schritt sei "ein klares Bekenntnis zum Journalismus und zum Wert journalistischer Inhalte im digitalen Zeitalter". Bisher hielt Bertelsmann bereits 74,9 Prozent der G+J-Anteile. Die Übertragung der noch von der Jahr-Holding gehaltenen Anteile werde zum 1. November erfolgen, sagte Rabe. Zum Kaufpreis machten beide Seiten keine Angaben. Er sei aber "angemessen und fair" und werde in bar bezahlt, sagte Rabe. Gleichzeitig widersprach er Spekulationen, Bertelsmann könne Gruner + Jahr zerschlagen. Bertelsmann halte an den Investitionsplänen in Höhe von 500 Millionen Euro fest und sei bereit, auch mehr Geld in die Hand zu nehmen. Digitale Bezahlinhalte, Dienstleistungen, Marktplätze und die Vermarktung von Online-Werbung sollen mittelfristig die wegbrechenden Umsätze aus dem Printgeschäft ersetzen.

G+J war 1965 von den Verlegern John Jahr sen. und Gerd Bucerius sowie dem Druckereibesitzer Richard Gruner jun. gegründet worden. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) appellierte an Bertelsmann, den angekündigten Abbau von 400 Stellen bei G+J zu überdenken.
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