Gute Geschäfte im Einzelhandel

Im ersten Halbjahr hat der Einzelhandel in Deutschland preisbereinigt 2,5 Prozent mehr umgesetzt als im Vorjahr. Archivbild: dpa

Die Inflation ist niedrig, der Arbeitsmarkt robust - die Verbraucher sind in Konsumstimmung. Der Einzelhandel kann sich über steigende Umsätze freuen.

Die Kauflaune der Verbraucher lässt im deutschen Einzelhandel die Kassen klingeln. Im ersten Halbjahr 2015 setzte die Branche real (preisbereinigt) 2,5 Prozent mehr um als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte.

Im Juni kräftiges Plus

Ein kräftiges Plus von 5,1 Prozent brachte der Juni den Händlern ein. Allerdings hatte der Monat in diesem Jahr auch zwei Verkaufstage mehr als 2014. Besonders stark legte der Internet- und Versandhandel mit 16,8 Prozent zu. Der Einzelhandel schnitt im ersten Halbjahr etwas besser ab als vom Branchenverband HDE erwartet. "Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Einkommensentwicklung sind gut", sagte ein Sprecher. An seiner Vorhersage für das Gesamtjahr will der Verband aber vorerst nicht rütteln. Die Prognose werde im September überprüft. Bisher rechnet die Branche 2015 mit einem Umsatzplus von 1,5 Prozent - ähnlich fiel das Wachstum in den vergangenen Jahren aus.

Trotz eines leichten Rückgangs im Juli ist die Konsumlaune der Verbraucher so gut wie selten zuvor. Die niedrige Inflation und die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt beflügeln die Stimmung. Hinzu kommen die jüngsten Tarifsteigerungen, die über der Teuerungsrate liegen, sowie die niedrigen Zinsen, die Sparen unattraktiver machen. "Der private Konsum wird auch in den nächsten Monaten eine wichtige Stütze der Konjunktur bleiben", sagte GfK-Markforscher Rolf Bürkl kürzlich.

Der Sommerschlussverkauf, der Ende Juli begann, spielte für die Halbjahresbilanz noch keine Rolle. Allerdings hatten viele Händler schon in den Wochen davor den Rotstift angesetzt. Der Schlussverkauf oder "Final Sale" wird immer häufiger ergänzt durch einen "Pre-, Mid- und End-Season-Sale" - also durch Rabatte zum Beginn, in der Mitte und zum Ende der Saison. Im Vergleich zum Mai 2015 ging der Einzelhandels-Umsatz im Juni um 2,3 Prozent zurück.

300 000 Unternehmen

Der private Konsum trägt neben dem Export entscheidend zur Wirtschaftsentwicklung in Deutschland bei. Bundesweit gibt es etwa 300 000 Einzelhandelsunternehmen mit knapp 3 Millionen Beschäftigten. Der Umsatz (ohne Kfz, Tankstellen, Brennstoffe und Apotheken) lag 2014 bei 459,3 Milliarden Euro. Der Online-Handel setzte 39 Milliarden Euro um.
Weitere Beiträge zu den Themen: Wiesbaden (403)August 2015 (7425)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.