Handel: Umsatzplus und Stellenabbau

Rund 30 000 Arbeitsplätze im Einzelhandel könnten 2015 wegfallen. Das ist das Ergebnis einer Branchenumfrage. Dabei rechnen die Händler mit weiteren Umsatzzuwächsen.

Erstmals seit mindestens zehn Jahren dürfte die Zahl der Beschäftigten im deutschen Einzelhandel 2015 wieder schrumpfen. Das geht aus einer am Dienstag vom Handelsverband Deutschland (HDE) vorgestellten Branchenumfrage hervor. Der Verband geht davon aus, dass rund ein Prozent der gut drei Millionen Stellen im Einzelhandel abgebaut werden könnten. Das entspreche rund 30 000 Arbeitsplätzen, berichtete HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Dienstag. Dabei erwartet der Einzelhandel dank des guten Konsumklimas 2015 ein Umsatzwachstum von 1,5 Prozent auf gut 466 Milliarden Euro. Auch preisbereinigt werde am Ende wohl für die Händler ein Plus von einem Prozent stehen, sagte Genth.

Als Gründe für den Stellenabbau nannte er die Einführung des Mindestlohns, Geschäftsaufgaben im mittelständischen Bereich und den Arbeitsplatzabbau bei einigen Großbetrieben. Rund 20 Prozent der befragten 1000 Unternehmen planen der Umfrage zufolge eine Verminderung der Mitarbeiterzahl, nur acht Prozent die Einstellung zusätzlicher Arbeitskräfte.

Wachstumstreiber im Einzelhandel wird laut HDE der Online-Handel sein. Hier sollen die Umsätze um 12 Prozent auf knapp 44 Milliarden Euro wachsen. Dies gehe auch zulasten des stationären Handels. Abseits des Lebensmittelhandels liege der Marktanteil des Online-Handels dagegen schon bei 18 Prozent.

Für den globalen Handel hat die Welthandelsorganisation (WTO) ihre Wachstumsprognose gesenkt. 2015 werde der Welthandel demnach nur noch um 3,3 Prozent zulegen, teilte die WTO am Dienstag in Genf mit. Im September war die Organisation noch von einem Wachstum von 4,0 Prozent ausgegangen. Die WTO begründete die getrübten Aussichten unter anderem mit Währungsschwankungen und einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums in Schwellenländern. Auch geopolitische Spannungen wirkten sich negativ aus, hieß es weiter.
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