Handelskonzern vor Aufspaltung
Metro trennt Media-Markt und Saturn vom übrigen Geschäft

Grünes Licht für Fahrt in neue Zukunft? Die Elektronikkette Media-Saturn soll künftig getrennt von der Mutter Metro unterwegs sein. Bilder: dpa (2)

Der Handelsriese Metro will sich in zwei unabhängige Gesellschaften aufteilen. Die Trennung von Großhandelsgeschäft und Elektroniksparte hätte auch Vorteile für die Beschäftigten, sagt Metro-Chef Koch. Eine endgültige Entscheidung ist aber noch nicht gefallen.

Düsseldorf. Der Handelskonzern Metro steht vor der Aufspaltung. Die beiden wichtigsten Geschäftsbereiche des Handelsriesen - das Großhandelsgeschäft und die Elektroniksparte Media-Saturn - sollen nach den Plänen von Konzernchef Olaf Koch künftig als selbstständige börsennotierte Unternehmen geführt werden. Die Aufspaltung sei "der logische nächste Schritt in der Transformation der Metro-Gruppe", sagte Koch am Mittwoch. Stimmen Vorstand und Aufsichtsrat den Plänen zu, soll die Aufspaltung bis Mitte 2017 umgesetzt werden. Die Großaktionäre Haniel, Schmidt-Ruthenbeck und Beisheim unterstützen das Vorhaben, wie der Konzern mitteilte. Aber auch die anderen Aktionäre werden auf einer Hauptversammlung die Gelegenheit bekommen, über den Schritt abzustimmen.

Koch betonte, zwischen den beiden Metro-Unternehmenssparten existierten nur wenige operative Überschneidungen und sehr wenige Synergien. Deshalb mache es keinen Sinn, weiter an der bestehenden Struktur festzuhalten. Unabhängig voneinander könnten die Sparten dynamischer und effizienter agieren und ihr Wachstum beschleunigen.

Deshalb soll das Großhandelsgeschäft mit den Marken Metro Cash&Carry und Makro sowie die SB-Warenhauskette Real aus dem Konzern abgespalten und als selbstständiges börsennotiertes Unternehmen weitergeführt werden. Die Leitung soll Koch übernehmen. Auf den Bereich entfallen knapp zwei Drittel des Metro-Umsatzes und drei Viertel des operativen Ergebnisses. Im Geschäftsjahr 2014/15 war der Umsatz des Metro-Konzerns um 1,2 Prozent auf 59,2 Milliarden Euro gestiegen. Das EBIT vor Sonderfaktoren sank leicht auf 1,5 Milliarden Euro. Unter dem bisherigen Dach der Metro AG verbliebe nach der Abspaltung allein Europas größte Elektronikkette Media Saturn. Sie soll künftig - unter neuem Namen - vom Media-Saturn-Chef Pieter Haas geführt werden. Die Aktionäre der Metro AG sollen nach den bisherigen Plänen Aktien an beiden Gesellschaften im Verhältnis zu ihren Anteilen erhalten. Die Abspaltung werde aber auch für die Beschäftigten positive Effekte haben, meinte Koch. Metro beschäftigt in 30 Ländern rund 230 000 Mitarbeiter. Beide Unternehmenszentralen sollen in Düsseldorf sein. Das operative Geschäft von Media Saturn werde aber weiter von Ingolstadt aus gelenkt, sagte Koch.
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