Hausgeräte: Wann ist es Zeit für Ersatz?

Die Effizienzklasse A+++ verspricht bei neuen Geräten Kostenersparnis und Effizienz. Bild: hfz

In den nächsten Wochen und Monaten werden viele neue Haushaltsgeräte auf den Markt kommen. Die Hersteller preisen sie gerade auf der Elektronikmesse IFA in Berlin an. Aber lohnt sich der Austausch denn, wenn man zu Hause noch ein gut funktionierendes Altgerät hat?

Sie sind besser, schneller und effizienter: Auf der Elektronikmesse IFA in Berlin (bis 9. September) werden viele neue Haushaltsgeräte vorgestellt. Aber braucht man die wirklich? Muss man nun seine alte Waschmaschine, den Geschirrspüler oder Staubsauger austauschen? Und sollte man dann in die höchsten Energieeffizienzklassen investieren - Geräte, die oft teurer sind? Das Öko-Institut in Berlin gibt Anhaltspunkte:

Kühlschrank: Hier lohnt sich der Austausch eines 10 bis 15 Jahre alten Gerätes durch ein Gerät der Klasse A+++ nach Ansicht der Experten schon allein aus Umweltgründen. Der Energieverbrauch, der zur Herstellung des neuen Modells benötigt wird, amortisiert sich innerhalb von 0,7 bis 2,5 Jahren durch die Einsparungen beim Stromverbrauch im Betrieb. Auch Sparfüchse haben Vorteile: Auch die Anschaffungskosten kompensieren sich rasch - man muss aber natürlich erst mal den Kaufpreis investieren.

Gut zu wissen ist, dass viele gepriesenen Funktionen der neuen Geräte aber dann doch unnötige Stromfresser sind: So verbrauchen Geräte mit der No-Frost-Funktion wie auch solche mit einer Null-Grad-Zone mehr Energie als ein Gerät der gleichen Energieeffizienzklasse ohne diese Funktionen.

Wichtig für den Kauf ist: Besser in die höheren Effizienzklassen investieren. Denn die Spitzengeräte der aktuellen Klasse A+++ verbrauchen weniger als die Hälfte der Energie als die schlechtesten Geräte innerhalb der Klasse A+. Das ist inzwischen auch die schlechteste Kategorie für neue Kühlschränke auf dem Markt. Bei Ware im Handel, die mit den tieferen Klassen bis D gekennzeichnet ist, handelt es sich noch um Modelle, die vor Juli 2012 produziert wurden.

Gefrierschrank: Der vorzeitige Austausch eines rund zehn Jahre alten Gerätes amortisiert sich erst innerhalb von acht bis zehn Jahren durch die Stromersparnis. Das neue Modell sollte mindestens die Energieeffizienzklasse A++ haben, raten die Experten.

Ein Tipp für alte wie auch neue Geräte: Der Stromverbrauch lässt sich senken, wenn man das Gefriergerät an einem kühlen Ort wie im Keller aufstellt. Denn je kühler es in der Umgebung ist, desto weniger Strom braucht das Gerät. Und Gefriertruhen sind sparsamer als -schränke: Bei gleichem Nutzinhalt und gleicher Effizienzklasse verbrauchen die Truhen rund zwölf Prozent weniger Strom.

Waschmaschine: Eine durchschnittliche Maschine hält sich ungefähr für 1840 Waschgänge - man geht davon aus, dass das einem Zeitraum von 9 bis 15 Jahren entspricht. Ob sich der vorzeitige Austausch lohnt, muss jeder selbst ausrechnen, etwa mit dem Online-Tool des Forums Waschen (www.forum-waschen.de).

Einen Extratipp gibt die HEA - Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung: Beim Kauf sollte man auch auf die sogenannte Schleuderwirkungsklasse achten. Sie gilt von A bis G. Je schlechter diese ist, desto feuchter ist die Wäsche nach dem Schleudern - und umso teurer wird der Durchlauf im Wäschetrockner.

Wäschetrockner: Hier ist nach Ansicht der Öko-Experten beim Austausch die Anschaffung eines teureren Wäschetrockners der Klasse A+++ oder A++ sinnvoll. Denn die effizientesten Modelle haben eine Wärmepumpe, die Wärme aus der feuchten Luft zurückgewinnt und wieder zum Aufheizen verwendet. Das lässt bis zu 50 Prozent Strom einsparen. Für einen konventionellen Kondensationstrockner ist derzeit maximal die Klasse B möglich.

Spülmaschine: Sie halten sich in der Regel zwölf Jahre bei angenommenen 280 Spülgängen pro Jahr. Ob sich der Austausch früher lohnt, kann individuell berechnet werden: Das Forum Waschen bietet auch hierzu online einen Verbrauchsrechner mit Vergleichswerten an.

Wichtig für den Kauf eines neuen Gerätes ist: Es dürfen nur noch Modelle mit der Gesamtklasse A+++ bis D in den Handel kommen. Aber auf dem Etikett wird auch über die Trocknungswirkung informiert - und zwar in extra Klassen von A bis G.
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