Heftige Kritik am Lokführerstreik

Spitzenpolitiker haben den einwöchigen Rekordstreik der Lokführergewerkschaft GDL bei der Deutschen Bahn scharf kritisiert. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann warf GDL-Chef Claus Weselsky vor, er verfolge "persönliche Machtinteressen". "Das beschädigt das Vertrauen in die Gewerkschaften und die Akzeptanz von Arbeitskämpfen", sagte Oppermann der "Passauer Neuen Presse". Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) sieht "die Grenze der Verhältnismäßigkeit überschritten", wie er dem Sender SWR2 sagte. Er betonte, es sei "für eine wirtschaftsstarke Nation schon dramatisch, wenn eine wichtige Infrastruktureinrichtung wie die Bahn über eine ganze Woche bestreikt wird". Weselsky hatte Vorwürfe, das Streikrecht zu missbrauchen, stets zurückgewiesen und zeigte sich nun selbstbewusst. Der einwöchige Ausstand sei ein "absoluter Erfolg", sagte er der "Saarbrücker Zeitung". Die Gewerkschaft machte auf Nachfrage keine Angaben dazu, ob mit weiteren Ausständen zu rechnen ist. Weselsky drohte: "Kommt in den nächsten Tagen wieder ein PR-Gag und gibt es keine Bewegung seitens der Bahn, werden unsere Mitglieder erneut streikbereit sein." Der GDL-Chef warf der Bahn "Prinzipienreiterei" vor. Bahnchef Rüdiger Grube gab zunächst keine Details zu seinem angekündigten neuen Vorstoß in dem seit Monaten stockenden Tarifstreit mit der GDL bekannt. Weselsky hatte die jüngste Initiative Grubes, den früheren Ministerpräsidenten Brandenburgs, Matthias Platzeck (SPD) als Vermittler einzusetzen, zurückgewiesen. (dpa)
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