Herbstgutachten mach trotz schwächelnden Exports Mut
Konjunktur bleibt stabil

Die Herren der Prognosen (von links): Torsten Schmidt (Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung), Timo Wollmershäuser (Ifo-Institut), Oliver Holtemöller (Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle), Roland Döhrn (Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung) und Ferdinand Fichtner (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) bei der Vorstellung des Herbstgutachtens. Bild: dpa

Die führenden Ökonomen sind sich in ihrem Herbstgutachten sicher: Getragen von kauflustigen Verbrauchern setzt sich der deutsche Aufschwung fort. Die flaue Weltwirtschaft wirft Deutschland nicht aus der Bahn, auch wenn der Export im August enttäuscht.

Die Ausfuhren sanken im August gegenüber dem Juli kalender- und saisonbereinigt um 5,2 Prozent und damit so stark wie seit der tiefen Rezession 2009 nicht mehr, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Deka-Bank-Chefvolkswirt Ulrich Kater sprach von einem „Absturz mit Ansage“: „Insbesondere in den Schwellenländern haben sich in den vergangenen Monaten die wirtschaftlichen und finanziellen Bedingungen deutlich verschlechtert.“

Wenig Impulse aus China

Im Jahresvergleich steht aber trotzdem ein ordentliches Plus: Die Ausfuhren stiegen um 5,0 Prozent auf 88 Milliarden Euro. So wertete der Außenhandelsverband BGA die Daten positiv: „Die Sommerpause ist im Außenhandel aufgrund des billigen Euro ausgefallen“, sagte BGA-Präsident Anton F. Börner. Das Wachstum fuße gleichermaßen auf einer Belebung der Nachfrage in und außerhalb der EU. Die Institute erwarten in ihrem Herbstgutachten zwar nur wenig Impulse von China und anderen Schwellenländern für die Exporteure. Allerdings dürften diese von der Erholung im Euro-Raum und von steigenden Bestellungen aus anderen Industrieländern profitieren.

Insgesamt trauen die Experten der deutschen Exportwirtschaft ein Ausfuhrplus von 6,2 Prozent in diesem und von 4,9 Prozent im kommenden Jahr zu. Schon 2014 hatten die Unternehmen so viele Waren in alle Welt geliefert wie nie zuvor. Insgesamt sehen die führenden Ökonomen einen „verhaltenen Aufschwung“ in Deutschland. Er werde vor allem von den konsumfreudigen Verbrauchern getragen, die dank Rekordbeschäftigung, steigender Löhne und weniger Steuern viel Geld ausgeben, sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser in Berlin.

Zuwachs für Arbeitsmarkt

Durch fehlende Deutsch-Kenntnisse, mangelnde Berufserfahrung und die langwierigen Asylverfahren stünden dem Arbeitsmarkt 2015 nur 89 000 Flüchtlinge zusätzlich als Erwerbstätige zur Verfügung, im nächsten Jahr dann schon 295 000 Menschen
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