Hilfe bei der Zustellung
Post erwägt Datenbrillen für Briefträger

Eine Datenbrille könnte Zustellern der Post die Arbeit erleichtern. Das meint Frank Appel, Vorstandsvorsitzender der Post. Archivbild: dpa

Bonn. Der Briefträger der Deutschen Post könnte demnächst mit einer hilfreichen Datenbrille um die Ecke kommen. Vorstandschef Frank Appel sieht in der Digitalisierung mit dieser und vielen weiteren Anwendungsmöglichkeiten eine "Riesenchance" für den Bonner Konzern, weil die Produktivität so deutlich steigen könne.

In der Industrie werde der Trend dafür sorgen, dass Arbeitsplätze aus Fernost zurück nach Europa geholt werden, sagte er der "Welt am Sonntag". Allerdings werde die Arbeit in den neuen Fabriken dann "im Wesentlichen von Robotern erledigt". Appel regte daher an, in Zukunft bei der Arbeit von Menschenhand auf die Mehrwertsteuer zu verzichten - und nur die Arbeit von Robotern zu besteuern. "Lebensmittel etwa sind ja auch vergünstigt bei der Mehrwertbesteuerung", erläuterte Appel.

Die Deutsche Post experimentiere mit selbstfahrenden Robotern, die die Zusteller unterstützten. In den Lagerhallen arbeite der Konzern schon mit digitalen Brillen ("Smart Glasses"), die Produkte auffinden und Wege vereinfachen. "Den Einsatz dieser Technik kann ich mir auch bei Briefträgern vorstellen, wenn sie in Zustellgebieten eingesetzt werden, die sie nicht kennen", sagte Appel. Dadurch könnten sie Briefkästen oder Adressen viel einfacher finden.
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