Hohe Stromkosten, lahmes Internet
Hintergrund

Bärnau/Erbendorf. (cf) Harsche Kritik an den hohen Energiekosten in Deutschland üben Hans Dill (Knopffabrik) aus Bärnau und Alfons Meierhöfer (Maschinenbau) aus Erbendorf. Der Einkaufspool GKS in Weiherhammer (wir berichteten) habe zwar zu "gewaltigen Einsparungen" geführt, die Ausgaben für Strom seien aber immer noch enorm, sagte Meierhöfer beim Frühjahrs-Pressegespräch des Wirtschafts-clubs Nordoberpfalz.

Ebenso bemängelte Unternehmer Dill das langsame Internet: "Wir verfügen jetzt zwar über eine tolle Umgehungsstraße in Bärnau, beim Breitbandausbau hat Bayern jedoch mindestens zehn Jahre verloren." Die international tätige Knopffabrik muss derzeit noch mit einem einzigen Megabit/Sekunde auskommen. "Aber Gott sei Dank gibt es aktive Kommunalpolitiker, damit hier demnächst beim Breitbandausbau etwas passiert." Alfons Meierhöfer muss sich in Erbendorf mit 10 Mbit begnügen: "Aber spätestens im August erhalten wir die höchstmögliche Breitband-Versorgung mit 100 Mbit."

Kein Mangel an Nachwuchskräften

Bärnau/Erbendorf. (cf) "Keine Probleme", jedes Jahr neue Auszubildende zu gewinnen, haben sowohl die Knopffabrik Dill als auch AM Maschinenbau. Von "massig Bewerbungen" berichtet vor allem Alfons Meierhöfer, seitdem ein Unternehmensverbund der Mittelschule in Erbendorf und der Realschule Kemnath CAD-Fräsmaschinen zur Verfügung stellte. Die Schüler können spielerisch daran arbeiten und werden auf diese Weise mit den Anforderungen in der Metallbranche vertraut gemacht.

"Wir stellen auch bewusst den einen oder anderen schwächeren Schüler ein. Sie sind heute unsere zuverlässigsten Mitarbeiter", meinte Meierhöfer.

Russischer Markt weggebrochen

Bärnau/Erbendorf. (cf) Bis zum Jahr 2004 machte die Firma AM Maschinenbau aus Erbendorf "beste Geschäfte" mit Russland, unter anderem lieferte sie Ausstattungen für Sägewerke. "Heute ist der russische Markt tot. Niemand traut sich, zu investieren", erzählt Alfons Meierhöfer. Auch Hans Dill (Knopffabrik) musste die Erfahrung machen, "dass der russische Markt für uns fast komplett weggebrochen ist".

Reaktionen Erbendorf ein guter Standort

Erbendorf. (cf) Ausdrücklich lobte Alfons Meierhöfer, Firma AM Maschinenbau, das neue Industriegebiet in Erbendorf. Für die Ansiedlung sei der Quadratmeterpreis von nur acht Euro netto ein wichtiger Faktor gewesen. Es fallen auch keine Erschließungskosten an, wenn entsprechende Arbeitsplätze geschaffen werden.

"Die direkt angrenzende Bundesstraße B 22 ist die Lebensader für Ostbayern", freut sich Meierhöfer auch über eine optimale Logistik-Anbindung. Außerdem beträgt der Hebesatz für die Gewerbesteuer nur mäßige 320 Punkte. In Weiden beläuft er sich auf 380 Punkte. Meierhöfer: "Es gibt für uns keinen Grund, den Standort zu wechseln." Der Auftragsbestand sei sehr gut.
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