Hunderttausende freie Stellen: Zeitarbeitsfirma buhlt um Flüchtlinge
"Manpower" im Fokus

Ein großer Teil der Flüchtlinge könnte aus Sicht der Zeitarbeitsfirma Manpower viel früher eine Arbeit in Deutschland aufnehmen. "Wenn wir die Möglichkeit hätten, Flüchtlinge relativ schnell in Jobs zu bringen, das wäre doch sensationell - für alle", sagte Manpower-Chef Herwarth Brune der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Viele Flüchtlinge seien jung und brächten Fachkenntnisse mit.

Bis zur Anerkennung als Flüchtling dürfen sie aber nur in wenigen Ausnahmefällen arbeiten und nicht bei Zeitarbeitsfirmen anheuern. Manpower fordert, diese Vorgabe zu lockern. "Warum nicht schon anfangen, bevor das Verfahren entschieden ist?" Bei Syrern beispielsweise sei es sehr wahrscheinlich, dass ihr Asylverfahren angenommen wird.

"Also warum warten?", meinte Brune. Manpower sei bereit, in einem Pilotprojekt mit der Bundesagentur für Arbeit die Kosten für die Eingliederungsmaßnahmen zu teilen, wenn man die Flüchtlinge unter Vertrag nehmen dürfe.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge rechnet 2015 mit 300 000 Asylanträgen, etwa die Hälfte mehr als 2014. "Es sind eine Million offene Stellen da, und da sind Menschen, die unsere Sozialsysteme belasten", sagte Brune. "Warum nicht gleich in Jobs bringen? Dann stehen sie nicht auf der Straße und tragen zu den Steuereinnahmen bei - das ist alles Win-Win-Win." Laut Bundesagentur hat jeder fünfte Asylbewerber einen Hochschulabschluss, jeder dritte bringt einen Abschluss mit, der dem deutschen Facharbeiter entspricht.
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