IAA stellt neuesten Nutzfahrzeuge vor
Dem Laster frönen

VW stimmt Familienväter und Firmenkunden langsam auf die neue Generation des Transporters ein. Als Vorboten der sechsten Generation seiner T-Baureihe präsentiert das Unternehmen auf der IAA für Nutzfahrzeuge die Pick-up-Studie Tristar. Der Pritschenwagen gibt mit betont kantigem Look und LED-Scheinwerfern einen Ausblick auf die Designsprache des neuen Modells, das angeblich im März 2015 auf dem Genfer Autosalon gezeigt wird. Bild: dpa

Ohne sie könnten Versandhäuser dicht machen, und Handwerker müssten ihr Material schleppen: Leichte Lastwagen sind aus der Geschäftswelt nicht mehr wegzudenken. Die neuesten Modelle sind für das Publikum noch bis 2. Oktober auf der IAA für Nutzfahrzeuge in Hannover zu sehen.

Die wohl wichtigste Premiere in diesem Segment kommt von Mercedes. Ein halbes Jahr nach der neuen V-Klasse zeigt der schwäbische Hersteller nun den Vito. Wie das Unternehmen mitteilte, kommt die gewerbliche Version der Großraumlimousine bereits kurz nach der Messepremiere in den Handel und soll dann mindestens 21 400 Euro kosten.

Wo es bei Pkw nur Limousine und Kombi und vielleicht noch Coupé oder Cabrio gibt, ist die Variantenvielfalt bei den Nutzfahrzeugen viel größer. Der Vito wird in zwei Radständen, drei Längen und vier Gewichtsvarianten von 2,5 bis 3,2 Tonnen Gesamtgewicht als reiner Kastenwagen, als Mixto mit Doppelkabine und großem Laderaum sowie als Tourer für den Personentransport gebaut, so der Hersteller. Die maximale Nutzlast liegt bei 1369 Kilogramm, es gibt bis zu neun Sitzplätze in drei Reihen und ein Ladevolumen bis zu 6,6 Kubikmetern.

Neues im Doppelpack

Bei Ford sind die jüngsten Neuzugänge im Segment der handliche Courier für den innerstädtischen Liefer- und Verteilerverkehr und die größere Spielart des Transit, die einen Nutzlastbereich bis zu zwei Tonnen abdeckt. Beide Fahrzeuge wird es in Hannover zu sehen geben. Während Mercedes und Ford ihre Bestseller jeweils alleine bauen, haben viele Hersteller schon vor Jahren Kooperationen abgeschlossen, um Kosten zu sparen und die Stückzahlen zu erhöhen. Opel und Renault haben einen neuen Transporter auf die Räder gestellt, der bei der Marke aus Rüsselsheim wieder Vivaro heißt, auch der Trafic hält an seinem Namen fest.

In Hannover wird es die Zwillinge Opel zufolge erstmals auch als Kombi für den Personentransport zu sehen geben. Es gibt die Autos in zwei Längen mit etwa 5 und 5,40 Metern sowie mit zwei Dachhöhen und einer Palette neuer Dieselmotoren mit 1,6 Liter Hubraum: Mit einem Turbolader kommen die Aggregate auf 66 kW/90 PS und 85 kW/115 PS, als Biturbo leisten sie 88 kW/120 PS und 103 kW/140 PS. Gegenüber dem Vorgänger sinke der Verbrauch um mehr als einen Liter auf bestenfalls weniger als sechs Liter. Daneben gibt es bei Opel noch ein Update für den großen Bruder Movano, den man bei Renault als Master kennt und der von der japanischen Renault-Schwester Nissan als NV400 angeboten wird.

Große Kooperation

Zu dritt starten Fiat Ducato, Peugeot Boxer und Citroën Jumper durch. Alle drei sind nach Peugeot-Angaben auf der Basis von drei Radständen in vier Längen sowie drei Höhen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 2,8 bis 4 Tonnen erhältlich. Abgedeckt würden Ladevolumina von 8 bis 17 Kubikmeter. Die Aufbautypen reichen vom Kastenwagen bis zum sogenannten Windlauf ohne Karosserie als Basis für Wohnmobilhersteller. Die Motorenpalette umfasst vier Dieselmotoren, die auch dank einer Start-Stopp-Automatik um bis zu 1,3 Liter sparsamer geworden seien.

Es sind aber nicht allein die Europäer, die an den Laderampen und auf den Hinterhöfen der Republik punkten wollen. Auch die Asiaten mischen mit und zeigen in Hannover eine Reihe von Neuheiten. So bringt Nissan mit dem e-NV200 den nach eigenen Angaben ersten ausdrücklich für den Akkuantrieb konzipierten Elektrotransporter, und Hyundai stellt dem H1 eine zweite Baureihe zur Seite, die auf ein maximales Gewicht von 3,5 Tonnen ausgelegt ist.
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