IG Metall Amberg will Entgelt-Erhöhung von sechs Prozent
IG Metall profitiert von ATU

Die IG Metall Amberg hat ihre Forderung für die Tarifrunde 2015 in den Ring geworfen: eine Erhöhung der Entgelte im Gesamtvolumen von sechs Prozent. Darin enthalten ist eine soziale Komponente in Form von Festgeld, Sockelbetrag oder Einmalzahlung. Und das alles bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Neustadt/WN. (bey) Mit der Vorstellung der Forderungen zur Tarifrunde 2015 endete die Delegiertenversammlung. Zum Auftakt hatte Erster Bevollmächtigter Horst Ott über die "brisante Situation" bei der Weidener Werkstattkette ATU berichtet.

Gewerkschaft zahlt

Ott hob hervor, dass Josef Bock, Betriebsratsmitglied bei Constantia Hueck in Pirk, im Weidener Unternehmen ehrenamtlich die Betriebsratswahlen mit vorbereite und beratend begleite. Die IGM erstatte seinem Arbeitgeber Constantia die Kosten für die stundenweise Tätigkeit bei ATU. Martin Köllner, Stefanie Krüger und Hubert Kraus berichteten über die Ereignisse im Unternehmen. Ein 15-köpfiger Betriebsrat soll die Interessen der Beschäftigten vertreten.

Im Tätigkeitsbericht erläuterte Ott die Mitgliederentwicklung. Mit derzeit 15 833 Männern und Frauen, davon 12 135 "Ein-Prozent-Zahler, also die Mitglieder, die für die "Kampfkraft" der IG Metall stünden, sei ein kleiner Rückgang zu verzeichnen. Zum Ende der Versammlung sah der Mitgliederstand schon wieder rosiger aus: 46 Neuanträge, viele davon von Beschäftigten bei ATU Weiden, nahm Ott freudestrahlend in Empfang.

Viele an Krebs erkrankt

Besonders erfreulich seien die Ergebnisse der Betriebsratswahlen: "Alle Vorsitzenden sind Mitglieder der IG Metall", sagte Ott. Ausführlich befasste er sich mit den ungeklärten schweren Erkrankungen von ehemaligen Mitarbeitern des Maxhütte-Stahlwerks. Während vor vielen Jahren das Befahren des Werksgeländes mit Mountainbikes verboten worden sei, sei es den Mitarbeitern früher zugemutet worden, auf diesem Grundstück zu arbeiten. Viele seien später an Krebs erkrankt, so dass sich für Ott die Frage nach einem Zusammenhang stelle.

Eine Anfrage beim Krebskataster der Region sei mit dem Hinweis beantwortet worden, dass eine 20 Prozent höhere Zahl an Krebserkrankungen als nicht wesentlich erachtet werde. Der Betriebsrat sei bereits frühzeitig von den Missständen informiert worden, betonte Ott. Sollten die betroffenen Personen einen Zusammenhang zwischen ihrer Krankheit und ihrer Tätigkeit nachweisen können, ergäben sich damit eine bis zu 300 Euro höhere Rentenzahlung und verbesserte ärztliche Leistungen.
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