IG Metall bekommt eine neue Führung

Jörg Hofmann soll Erster Vorsitzender der IG Metall werden. Mit 2,27 Millionen Mitgliedern ist sie die größte Einzelgewerkschaft in Deutschland. Sie organisiert vor allem Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie, ist nach Gewerkschaftsfusionen aber auch für Textilarbeiter, Solar-Ingenieure oder Holzfachkräfte zuständig. Archivbilder: dpa

Nach nur zwei Jahren tritt IG-Metall-Chef Wetzel ab. Als Nachfolger schlägt er wie erwartet seinen Vize Hofmann vor. An dessen Seite soll erstmals eine Frau in die Spitze der Gewerkschaft rücken.

Die IG Metall baut ihre Führungsspitze kräftig um. Der Erste Vorsitzende Detlef Wetzel (62) will auf dem kommenden Gewerkschaftstag nicht mehr kandidieren und hat daher am Montag seinen bisherigen Stellvertreter Jörg Hofmann als Nachfolger vorgeschlagen. Das teilte die Gewerkschaft am Montag in Frankfurt mit. Für das Amt der Zweiten Vorsitzenden schlug Wetzel zudem die 47-jährige Diplom-Soziologin Christiane Benner vor. Sie wäre die erste Frau, die in der Geschichte der IG Metall in die engste Gewerkschaftsführung vorrückt. Sie gehört seit vier Jahren dem geschäftsführenden Vorstand der IG Metall an. Zu ihren Arbeitsgebieten gehören die Digitalisierung der Arbeitswelt und die gezielte Ansprache spezieller Zielgruppen.

Verkürzte Amtszeit

Wetzel war im November 2013 auf einem außerordentlichen Gewerkschaftstag als Nachfolger von Berthold Huber gewählt worden, der sein Amt vorzeitig aufgegeben hatte. Zu seinem Stellvertreter wurde zum selben Zeitpunkt der Stuttgarter Bezirkschef Hofmann bestimmt. Die Amtszeit der neuen Führungsspitze war von vornherein auf die knapp zwei Jahre bis zum nächsten ordentlichen Gewerkschaftstag in diesem Oktober beschränkt. Der Diplom-Ökonom Hofmann war viele Jahre Bezirksleiter im traditionellen Pilot-Bezirk Baden-Württemberg.

Wetzels mit Hofmann abgestimmter Personalvorschlag wird zunächst in den Führungsgremien der Gewerkschaft beraten. Am 14. Juli will der 36-köpfige IG-Metall-Vorstand nach bisheriger Planung seinen Wahlvorschlag für den Gewerkschaftstag vom 18. bis 24. Oktober in Frankfurt beschließen. In den siebenköpfigen Kern-Vorstand aufrücken soll zudem Ralf Kutzner aus der Verwaltungsstelle Bonn-Rhein-Sieg.

Erst die knapp 500 Delegierten des Gewerkschaftstages als höchstem Entscheidungsorgan der IG Metall stimmen dann am 20. Oktober über die neue Führungsspitze ab. In aller Regel gehen die Vorschläge der Gewerkschaftsspitze aber durch: Selbst in Zeiten schärfster interner Richtungskämpfe stimmten die Delegierten letztlich zu, wenn auch mit deutlich schwankenden Mehrheiten.
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