IHK stellt neue Studie zum Tourismus in Ostbayern vor - Amtliche Statistik zählt lediglich ...
Nicht nur an den Übernachtungen messen

Manfred Zeiner, IHK-Tourismusreferentin Silke Auer, Veronika Perschl als stellvertretende Geschäftsführerin des Tourismusverbands Ostbayern und IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Helmes (von links) erläuterten die neue Tourismusstudie. Bild: Hinterberger
Regensburg. (ehi) 2014 hat der Tourismus in Ostbayern einen Bruttoumsatz von rund 4,4 Milliarden Euro erwirtschaftet. "Das ist eine stattliche Summe", betonte IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Helmes bei der Vorstellung der neuen IHK-Studie zum Wirtschaftsfaktor Tourismus in Ostbayern, welche die DWIF Consulting GmbH durchführte. Durchschnittlich gibt jeder Ostbayern-Tourist am Tag 42,20 Euro für Verpflegung, Nahverkehr oder Eintritte aus. Weiteres wichtiges Ergebnis der Studie: Der Tourismus in einer Region lässt sich nicht allein an den amtlichen Übernachtungszahlen messen. "Die Übernachtungen sind nur eine Seite der Medaille und dabei nicht unbedingt die größte", sagte Manfred Zeiner, Geschäftsführer von DWIF Consulting.

Amtliche Statistiken berücksichtigen lediglich gewerbliche Betriebe mit mehr als zehn Betten, was allerdings noch lange nicht alle Übernachtungen in einer Region seien. So gebe es eine Vielzahl von kleineren Unterkünften oder auch Campingplätze. "Die amtliche Statistik zählt für 2014 in Ostbayern 16,36 Millionen Übernachtungsgäste, wenn wir aber auch alles andere einbeziehen, kommen wir auf 19,68 Millionen", erklärte er. Darüber hinaus gebe es zahlreiche Besucher, die bei Freunden oder Bekannten in der Region übernachten. Bei einer Umfrage hätten 41,5 Prozent der privaten Haushalte in Ostbayern angegeben, dass sie im vergangen Jahr Übernachtungsgäste hatten. "Insgesamt waren das 2014 8,9 Millionen Übernachtungen, die bisher nirgends erfasst wurden", erläuterte Zeiner. Gleichzeitig habe aber jeder Dritte dieser Haushalte angegeben, dass sie es sich vorstellen könnten, ihr Gäste das nächste Mal in gewerblichen Unterkünften unterzubringen. "Das sind mögliche zukünftige Kunden für die Hotelbranche." Ebenfalls ein wichtiger Faktor in Ostbayern sind die Tagestouristen. 75,04 Millionen kamen 2014 in die Region. Mit zwei Milliarden Euro machen die Tagesausflüger damit gut die Hälfte des Bruttoumsatzes von 4,4 Milliarden Euro aus, der in Ostbayern durch den Tourismus erwirtschaftet wurde. Nicht mit eingerechnet sind dabei jene Touristen, die per Kreuzfahrtsschiff kommen. Darüber hinaus belaufe sich der durch den Tourismus indizierte Einkommenseffekt in Ostbayern auf über zwei Milliarden Euro. Das bedeute, dass rund 82 500 Menschen in Ostbayern ihr Einkommen aus dem Tourismus beziehen können, wenn man von einem durchschnittlichen Primäreinkommen von 25 000 Euro im Jahr ausgehe, ergänzte Zeiner einen weiteren Faktor, warum der Tourismus wichtig für die Wirtschaft sei.

Durch touristisch bedingte Steuereinnahmen würden sich außerdem Rückflüsse von rund 406 Millionen Euro für die kommunalen Kassen ergeben, betonte Helmes. Grundsätzlich sei der Tourismus aus kultureller und auch aus finanzieller Sicht eine Bereicherung für die Region.
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