In Brüssel Protest gegen Billigkonkurrenz aus China
Am Leben bleiben

Die Stahlbranche und andere energieintensive Industrien kämpfen in Europa ums Überleben. Am Montag zogen Arbeitnehmer und Unternehmensvertreter einem Protestzug durch Brüssel. Bild: dpa

Brüssel. Arbeitgeber und Mitarbeiter aus der Stahlbranche und anderen energieintensiven Industrien fordern von der EU mehr Schutz vor Billigimporten aus China. "Die Importe kommen nach Europa zu Preisen unter den Produktionskosten - das ist Dumping", sagte der Präsident des europäischen Stahlverbands Eurofer, Greet van Poelvoorde, am Montag in Brüssel. Die EU müsse effektivere Instrumente dagegen entwickeln und diese auch schneller einsetzen.

Zudem warnte van Poelvoorde davor, China den Status einer Marktwirtschaft zuzusprechen. Die Unternehmen fürchten, dass dieser Schritt günstigen Einfuhren den Weg nach Europa erleichtern könnte. Tausende Arbeiter und Unternehmensvertreter zogen in einem Protestmarsch durch Brüssel. Sie sehen durch die billigen Importe aus China Jobs in Europa in Gefahr. Nach Angaben von Eurofer sind in den vergangenen sechs Monaten 7000 Arbeitsplätze in der europäischen Stahlindustrie verloren gegangen. . "Wir brauchen schnelle und effektive Mittel gegen Dumping", forderte Karl Köhler, Europa-Chef der indischen Tata-Steel. Die Produzenten von Stahl oder Aluminium könnten sonst aus Europa vertrieben werden. "Wenn eine Industrie verschwunden ist, dann kommt sie nicht mehr zurück."
Auch die Wiederverwerter von gebrauchtem Stahl klagen über die derzeitige Situation. «Der billige Stahl aus China und der drastische Verfall der Eisenerzpreise sorgen dafür, dass sich die Herstellung von Stahl aus Recyclingmaterial immer weniger rechnet», hieß es bei der Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen (BDSV). Zahlreiche Betriebe hätten bereits angekündigt, Arbeitsplätze abzubauen.
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