Intelligente Stromzähler kommen
Energiewende wird digital

Die Ausgaben für den Einbau intelligenter Stromzähler sollen sich über die Zeit für die Bürger rechnen. Archivbild: dpa

Berlin. Verbraucher sollen mit der Einführung intelligenter Stromzähler langfristig Geld sparen. Die große Masse der privaten Kunden würde nach dem Einbau der modernen Messgeräte zunächst aber wohl nur um die 20 Euro im Jahr mehr im Geldbeutel haben. Das geht aus einem Gesetzentwurf von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hervor, den der Bundestag am Donnerstag auf den Weg bringen wollte. Eine strikte Einbaupflicht für mehr als 30 Millionen Haushalte, die jährlich zwischen 3000 und 4000 Kilowattstunden Strom verbrauchen, ist dabei nicht vorgesehen.

Großverbraucher wie Gewerbetreibende müssen dagegen ab 2017 die digitalen Zähler ("Smart Meter") installieren, ab 2020 greifen die Vorgaben schrittweise auch für mehr private Nutzer. Zudem könnten Stromlieferanten dann ihren Kunden die neuen Zähler als freiwilligen Service anbieten - bei einer gesetzlich festgelegten Kostenobergrenze für die meisten Haushalte von 40 Euro. Mit dem Gesetz müssen sich auch noch im Bundesrat die Länder befassen. Viele Verbraucher nehmen die Angebote für ein vernetztes Heim aber bisher nur zögernd an. Bedenken von Datenschützern vor "gläsernen Stromkunden" hält die Regierung für unbegründet. Mit der Digitalisierung soll künftig erfasst und besser gesteuert werden, wann und wo Strom gebraucht wird. Das würde die Netze entlasten. So müssen auch viele Besitzer von Ökostromanlagen mit einer Leistung von mehr als sieben Kilowatt nun moderne Zähler einbauen. Hier rechnet die Bundesregierung mit Gesamtkosten für die Betreiber von über 100 Millionen Euro.
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