Jahrespressegespräch der Commerzbank
Die Niedrigstzinsen seriös überflügeln

Weiden/Amberg. (cf) Als "regionale Großbank" versteht sich die Commerzbank in der mittleren und nördlichen Oberpfalz. "Als einzige Bank können wir jeden Mittelständler an jeden Fleck der Welt begleiten", erklärt selbstbewusst Richard Pappenberger. Er verantwortet für die Commerzbank das Firmenkundengeschäft von Amberg bis Waidhaus. Mit 700 Firmenkunden (Umsatz über 2,5 Millionen Euro) schätzt Pappenberger den Marktanteil auf 55 Prozent. 2014 stiegen die an die Unternehmen ausgereichten Kredite um 8 Prozent auf 700 Millionen Euro. Seit 2010 verzeichnete das Kreditwachstum der "Mittelstandsbank" sogar 60 Prozent - bei gleichen Margen.

Angesichts der starken Exportorientierung in der Oberpfalz (höchste Quote in ganz Bayern) beobachtet Pappenberger eine erhebliche Zunahme bei der Absicherung von Devisen-Risiken. Er prognostiziert auf Jahresfrist die Parität des US-Dollars mit dem Euro und steigende Ölpreise: auf mindestens 75 US-Dollar je Fass. "Wir verzeichneten noch niemals so viele Zinssicherungs-Geschäfte." Auch ließen sich viele Speditionsbetriebe die derzeit niedrigen Dieselpreise auf Jahre "versichern". Pappenberger sieht drei Mega-Trends für die heimischen Unternehmen: wachsende Internationalisierung, durchgreifende Digitalisierung und die wirtschaftliche Thematisierung der Energiewende, bei der die Commerzbank mit dem TÜV kooperiert: der qualifizierter Beratung wegen. Zudem investierten die Oberpfälzer Betriebe mehr als in den Vorjahren. 2015 erwartet Pappenberger im Firmenkundengeschäft ein "doppelt so hohes Wachstum wie 2014".

Die Commerzbank beansprucht die "Marktführerschaft" auch im Geschäft mit den Superreichen, die ein liquides Vermögen von mehr als einer Million Euro besitzen. Mit diesem sogenannten "Wealth Management" betreut Dr. Dieter Knoll in Nordbayern 3203 Kunden (plus 100), davon 1281 "Familienverbünde". Das Volumen stieg - im Raum zwischen Hof und Regensburg - um 12 Prozent auf 412 Millionen Euro. "Je größer das Vermögen ist, je stärker steht der Erhalt im Vordergrund", sagt Dr. Knoll. "Konservative Anlageformen" mit Renten und Staatsanleihen stehen dabei im Vordergrund. "Aktien machen meist nur 20 Prozent aus."

Sturm auf Top-Immobilien

Das "Wealth Management" der Commerzbank weist vermehrt Kredite aus, "weil die Vermögenden das Zinstief verstärkt für Finanzierungen nutzen" (plus 5 Prozent auf 220 Millionen Euro"). Im Blickpunkt steht die Finanzierung von Immobilien als Kapitalanlage. So läuft's: Der Kredit kostet in Regel deutlich weniger als 2 Prozent, die (erhoffte) Rednite bewegt sich zwischen 4 und 5 Prozent. Knoll: "Dieser Spread ist das Geschäft." Derzeit sei die Nachfrage nach lukrativen Objekten höher als das Angebot. Deshalb schauen die Wealth-Manager auf "1b- und 1c-Lagen" wie Rosenheim, Ingolstadt, Augsburg oder Erlangen. "Regensburg gleicht bei den Immobilienpreisen fast München. Während Nürnberg mit der Landeshauptstadt nicht vergleichbar ist", weiß Knoll. Der Anteil von gewerblichen Immobilien beträgt etwa 70 Prozent. "Die Miete ist mit dem Inflations-Index gekoppelt und deshalb kalkulierbar." Dr. Knoll freut sich über eine "extrem hohe Kundenzufriedenheit."

Zins-Tief noch auf Jahre

"Wir sind rundum sehr zufrieden", betont auch Mike Schröer, der die fast 50 000 Privat- und Geschäftskunden von Wunsiedel bis Nabburg verantwortet. Das verwaltete Kundenvermögen wuchs 2014 um 21 Millionen Euro auf 485 Millionen Euro. Schröer beobachtet eine vermehrte Nachfrage nach "professionell gemanagten Wertpapieranlagen": "Die Aktien-Dividende ist der neue Zins." Das Zins-Tief werde wahrscheinlich noch vier bis fünf Jahre anhalten. Bei den Baufinanzierungen verzeichnete die Commerzbank ein Plus von 73 Prozent im Neugeschäft. Kein Wunder: Jüngst vergab Schröer den Kredit für eine Wohnimmobilie für 0,84 Prozent auf zehn Jahre. Das Eigenkapital war allerdings stattlich. Der durchschnittliche Zinssatz liegt bei 1,13 Prozent. Immer mehr Commerzbank-Kunden tätigen ihre Bankgeschäfte online rundum die Uhr.
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