Jette-Joop-Kollektion
Jetzt bietet auch Aldi Designermode

Ab dem 11. April verkauft der Discounter Aldi Süd in seinen Filialen eine limitierte Modekollektion der Designerin Jette Joop. Die Kollektion wurde am Dienstagabend in einer Aldi-Filiale in Düsseldorf der Öffentlichkeit präsentiert. Bild: dpa
 

Viele Deutsche mögen günstige Mode. Während mittelpreisige Fashion-Anbieter mit Problemen kämpfen, boomt das Geschäft der Textil-Discounter. Jetzt mischt auch noch Aldi Süd mit.

Düsseldorf. Das Geschäft mit preiswerter Mode in Deutschland boomt. Die irische Billigkette Primark eröffnet in dieser Woche ihren 20. Laden hierzulande. Auch der Discounter KiK legt weiter zu, er will die Zahl seiner Filialen in den nächsten Jahren von derzeit 2600 auf bis zu 3000 steigern. Nun wirft ein unerwarteter Wettbewerber seinen Hut in den Ring: der Discounter Aldi Süd. Ab dem Montag wird in den mehr als 1860 Filialen eine eigene Damenmode-Kollektion zu finden sein, die die Designerin Jette Joop exklusiv für den Billiganbieter entwarf. Das Angebot umfasst Blusen, Hosen, Jumpsuits und Kleider, aber auch Schuhe, Handtaschen und Halstücher.

Großer Textilhändler


Neuland ist der Textilbereich für den Discounter zwar nicht. Aldi Nord und Aldi Süd gehören zusammen laut einem Ranking des Branchenmagazins "Textilwirtschaft" mit einem Umsatz von über einer Milliarde Euro inzwischen zu den zehn größten Textilhändlern Deutschlands. Doch durch die Zusammenarbeit mit der bekannten Designerin geht Aldi Süd deutlich über das bisherige Angebot hinaus. "Mit der Jette-Joop-Kollektion will Aldi Süd ein jüngeres, markenorientierteres Publikum ansprechen und neue Kunden anlocken", meint Denise Klug vom Handelsanalysten Planet Retail. Das Unternehmen stehe unter Druck. Es gebe in Deutschland kaum noch die Möglichkeit, durch Öffnung neuer Märkte zu wachsen. Gleichzeitig werde der Wettbewerb mit Lidl, aber auch mit den großen Supermarktketten immer intensiver. Umso wichtiger sei es, neue Kunden anzulocken und die Umsätze auf bestehender Fläche zu steigern.

Bei Aldi Süd klingt das natürlich etwas anders. Der Discounter wolle "ein Zeichen dafür setzen, dass Designerstücke nicht unbedingt teuer sein müssen", begründet die stellvertretende Einkaufsleiterin Kim Suckow den überraschenden Schritt. Jette Joop sprach im "Handelsblatt" sogar von der "Demokratisierung guten Designs".

Auf jeden Fall dürfte der Aldi-Vorstoß den Wettbewerb auf dem deutschen Modemarkt noch einmal anheizen. Dabei ist der Kampf um die Kunden für viele deutsche Textilanbieter schon jetzt schwer zu bestehen. Erst vor eineinhalb Wochen musste der Modehersteller Steilmann, zu dem auch die Boecker-Modehäuser sowie die Modekette Adler gehören, Insolvenz anmelden. Und auch andere Unternehmen haben Probleme. So kündigte der Modekonzern Gerry Weber einen Stellenabbau sowie die Schließung von Filialen an. Auch die Hamburger Modekette Tom Tailor will in diesem Jahr mehr Läden schließen als neue eröffnen.

Verlängerung möglich


Für etablierte Modeanbieter wäre es deshalb wohl besser, wenn die Designermode-Aktion von Aldi eine Ausnahme bliebe. Doch das Unternehmen will sich da nicht festlegen. "Wir schauen jetzt erst mal, wie diese Aktion läuft. Dann sehen wir weiter. Es ist nicht ausgeschlossen, dass es weitergeht", hieß es bei der Ankündigung der Jette-Joop-Kollektion.
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