Kabelbrand in Trafoanlage
Brand sorgt für Kopfschmerzen

Karl-Heinz Dierl (hinten) mit einem Techniker am Unglücksort. Der Verteilerkasten übernimmt nun vorübergehend die Aufgabe des Trafos. Der tat bislang hinter der Türe im inneren des Rathauses seine Arbeit.

"Wenn nur sonst nix passiert ist." Nach dem ersten Schreck über den Kabelbrand in der Trafo-Station des Bayernwerks im Rathaus (wir berichteten) herrscht Erleichterung. Anwohner des Stadtplatzes atmen auf.

"Ein Rathausbrand? Unvorstellbar", kommentierte ein Altstadtbewohner, und auch Bürgermeister Peter Lehr sowie Verwaltungs-Personal sinnierten am Mittwochmorgen über das Szenario eines Gebäudebrandes. "Das wäre katastrophal gewesen."

Alltag ist im Rathaus noch nicht wieder eingekehrt. "Es gab zwar keine wirklichen Rauchschäden in den Gängen und Büroräumen. Aber der Qualm der letzten Nacht hängt in allen Ritzen und Fugen", stellten die Mitarbeiter fest. Auch über gekippte Fenster drang Brandgeruch ein. Zwar wurde kräftig gelüftet, jedoch klagten einige Bedienstete über Kopfschmerzen. Deshalb gab es ab Mittag für das Personal dienstfrei. Ein kräftiges Durchlüften des Gebäudes wurde angeordnet.

Bank lässt sich nicht öffnen

Auch die Stromversorgung ist wieder komplett hergestellt. Bis in die frühen Morgenstunden hinein mussten in der Altstadt viele Haushalte ohne Elektrizität auskommen. "Schon lange war eine Taschenlampe oder wenigstens eine Kerze nicht mehr so wichtig wie in dieser Nacht", berichtete ein Frühaufsteher über die neue Erfahrung. Ein anderes Problem hatten die Mitarbeiter und Kunden der Sparkasse. Sie standen bis gegen 8 Uhr vor verschlossenen Eingangstüren. Der Stromausfall hatte die Elektronik der Schließanlage beschädigt. Auch hier war das Servicepersonal des Bayernwerkes gefragt.

In der Nacht und am Mittwochmorgen waren Mitarbeiter des Stromversorgers damit beschäftigt, Ursachenforschung zu betreiben, eine Schadensbilanz zu ziehen und erste Reparaturarbeiten vorzunehmen. Laut Polizeihauptkommissar Werner Stopfer hatten gegen 4.40 Uhr die ersten Haushalte wieder Storm. Bis gegen 6 Uhr waren alle der schätzungsweise etwa 250 betroffenen Gebäude am Stadtberg und den angrenzenden Bereichen wieder am Netz. Das galt auch für die Polizeiinspektion selbst, die jedoch die Ausfallzeit mit einer Notstromversorgung überbrückte.

Noch keine Erklärung

Noch ist nicht eindeutig geklärt, weshalb es überhaupt zum Kabelbrand kam. Karl-Heinz Dierl, der Weidener Service-Leiter des Bayernwerkes, nannte als mögliche Ursache des Kurzschlusses Materialermüdung in der Niederspannungsleitung im Trafo-Raum. Diese löste dann den Schwelbrand aus. Die Station ist seit 1930 im Rathaus untergebracht. Erst vor zwei Jahren haben Techniker sie grundlegend überholt, die letzte Wartung gab es vor einigen Monaten. Der Bayernwerk-Vertreter schätzt den Schaden auf zirka 30 000 Euro. Anstelle der Trafo-Station steuert seit Mittwochvormittag ein Verteilerkasten die Stromversorgung.

Dieses Provisorium wird zwei bis drei Wochen Bestand haben. In dieser Zeit wird die Technik im stark verrußten Raum erneuert beziehungsweise modernisiert. (Hintergrund)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.