Kaiser's Tengelmann drängt auf Übernahme durch Edeka
Kampf um Minister-Erlaubnis

Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub setzt seine Bemühungen um eine Minister-Erlaubnis für die Übernahme der Supermärkte von Kaiser's Tengelmann durch Edeka auch nach dem negativen Urteil der Monopolkommission fort. Für den Fall, dass Bundeswirtschaftsminister Siegmar Gabriel (SPD) die Übernahme freigibt, schloss das Unternehmen jetzt mit den Betriebsräten in den Regionen Berlin und Nordrhein eine Betriebsvereinbarung zur Beschäftigungssicherung. Das teilten Unternehmen und Betriebsrat am Freitag mit.

Sie sieht im Falle einer Fusion nach Betriebsratsangaben im Raum Berlin Beschäftigungsgarantien für alle Mitarbeiter für mindestens 24 Monate vor. In Nordrhein-Westfalen gilt die Beschäftigungsgarantie dagegen für rund 80 Prozent aller Mitarbeiter und für mindestens 18 Monate. Hier sollen Abfindungen, eine interne Stellenbörse und Transfergesellschaften die Folgen des Personalabbaus für die Mitarbeiter dämpfen. Die Betriebsräte der Region München hatten sich nicht an den Verhandlungen beteiligt.

Die Sicherung der 16 000 Arbeitsplätze bei der Supermarktkette ist eines der Hauptargumente von Tengelmann und Edeka bei ihrem Antrag auf eine Minister-Erlaubnis. Die Unternehmen haben immer wieder gewarnt, eine Zerschlagung von Kaiser's Tengelmann werde rund 8000 Arbeitsplätze kosten.

Konkurrent Rewe sieht allerdings in den neuen Vereinbarungen einen Beleg dafür, dass auch eine Minister-Erlaubnis für die Fusion Stellenstreichungen nicht verhindern wird. Rewe-Chef Alain Caparros sagte: "Jetzt steht schwarz auf weiß, dass mit der Minister-Erlaubnis nicht, wie vorgegaukelt, 16 000 Arbeitsplätze erhalten werden sollen. Sondern es geht um massive Stellenstreichungen und die Zerschlagung von Kaiser's Tengelmann durch Edeka."

Rewe hat selbst wiederholt sein Interesse an einer Übernahme der Supermarktkette signalisiert. Das Bundeskartellamt und die Monopolkommission hatten eine Übernahme von Kaiser's Tengelmann durch Edeka abgelehnt.
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