Kalifornien erhält wohl größte Summe
Millionenstrafe für VW

Weiterhin Wirbel im Abgasskandal um Volkswagen. Nachdem Millionen-Entschädigungen in die USA fließen, hat nun auch die spanische Justiz Ermittlungen aufgenommen. Bild: dpa

Das Umweltamt Kaliforniens war maßgeblich an der Aufdeckung der VW-Abgas-Affäre beteiligt. Der US-Bundesstaat soll dafür nun eine Millionensumme aus den Strafzahlungen des Konzerns bekommen.

San Francisco. In Kalifornien haben Experten den Abgasskandal bei Volkswagen mit aufgedeckt. Nun soll der US-Bundesstaat auch einen beachtlichen Teil der Strafzahlungen vom Konzern bekommen. 86 Millionen Dollar (78 Millionen Euro) sollen nach Kalifornien fließen, wie der dortige Generalstaatsanwalt Kamala Harris am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte. Damit dürfte Kalifornien unter den 44 Bundesstaaten, die gegen VW geklagt hatten, die größte Summe erhalten. Ende Juni hatte Volkswagen mitgeteilt, sich mit den 44 Staaten verglichen zu haben - dabei räumt der Volkswagen-Konzern bestehende und mögliche künftige Verbraucherschutzklagen mit einem Betrag von insgesamt 603 Millionen Dollar aus der Welt.

Außerdem muss der Konzern voraussichtlich bis zu 14,7 Milliarden Dollar in den USA hinblättern. VW hatte sich mit Behörden, Autohändlern und geschädigten Fahrzeughaltern kürzlich auf den Vergleich geeinigt. Der größte Teil davon ist für Kunden vorgesehen. Das Umweltamt Kaliforniens war maßgeblich an der Aufdeckung der Affäre beteiligt. Der Wolfsburger Autobauer hatte nach Vorwürfen der US-Behörden im September 2015 zugegeben, in den USA Hunderttausende Dieselwagen mit einer illegalen Software zum Austricksen von Abgastests ausgerüstet zu haben. Der zuständige US-Richter Charles Breyer muss dem ausgehandelten Kompromiss allerdings noch zustimmen.

Auch die spanische Justiz leitete Ermittlungen gegen den Konzern ein. Das entschied am Freitag der Richter Ismael Moreno vom Nationalen Gerichtshof in Madrid. Die Volkswagen AG stehe im Verdacht des Subventionsbetrugs und des Verstoßes gegen die Umweltgesetze, heißt es in einer Verfügung des Juristen.

Zudem hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig ein Bußgeldverfahren gestartet, bei dem unrechtmäßige Gewinne aus dem Verkauf der weltweit rund elf Millionen manipulierten Autos zurückerstattet werden könnten. Neben der Ahndung von Ordnungswidrigkeiten drehe es sich dabei um die mögliche "Abschöpfung des wirtschaftlichen Vorteils" aus dem Absatz der Fahrzeuge.

Anleihe aus PortugalVolkswagen greift zu ungewöhnlichen Personalmaßnahmen: Der Autobauer holt sich für seine Fabrik in Osnabrück Verstärkung aus dem VW-Schwesterwerk im portugiesischen Palmela. Rund 300 von 3400 Beschäftigten dort sollen künftig in Deutschland helfen. Grund für die Verstärkung sei die "deutlich erhöhte" Nachfrage nach dem alten, ersten Tiguan-Modell, sagte ein VW-Sprecher am Freitag. VW montiert und lackiert diesen in Osnabrück. Zur Unterbringung der Gastarbeiter entsteht nahe dem Osnabrücker Werk ein Containerdorf. (dpa)
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