Kampf gegen digitale Billigjobs: DGB warnt vor Lohn-Dumping und fehlendem Schutz der ...
Moderne Sklaverei statt Freiheit

Vor dem IT-Gipfel der Bundesregierung hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) neuen digitalen Billigjobs ohne Arbeitnehmerrechten den Kampf angesagt. "Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie hier eine Art moderne Sklaverei entsteht, mit einem Wettbewerb um Löhne nach unten", sagte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann am Montag in Berlin.

Die digitale Arbeitswelt biete Chancen, aber auch Risiken, denen sich die Gewerkschaften stellen müssten. Hoffmann warnte: "Die vermeintliche Freiheit, einfach Geld zu verdienen mit Jobs wie Crowdworking oder über digitale Putzhilfen-Vermittler könnte sich als Falle entpuppen." Dann entstehe ein digitales Proletariat ohne jeden sozialen Schutz. Beim Crowdsourcing oder -working vermitteln Online-Plattformen einfache Aufgaben von Unternehmen, die Mitarbeiter am PC etwa daheim erledigen. Sozialversicherungsbeiträge und Zuschläge etwa für Nachtarbeit fallen weg. Die Leute sollen dafür zum Beispiel bestimmte Daten abgleichen, Adressen recherchieren, Bilder verschlagworten. "Warum sollen in der digitalen Welt keine Arbeitnehmerrechte gelten?", sagte der DGV-Vorsitzende. Er räumte ein, es sei noch offen, wie sich Tarifverträge und Mitbestimmung übertragen lassen. "Da wird es sicher kreative Antworten geben, die in diese Welt passen", sagte Hoffmann. Doch ohne gehe es nicht. "Online-Unternehmen sind Unternehmen mit realen Mitarbeitern, Auftragnehmern und Kunden, die reale Verträge abschließen müssen."

Industrie 4.0

In Politik, Wirtschaft und bei den Gewerkschaften ist der in vielen Branchen digitale Wandel ein Riesenthema. Ein zentrales Stichwort lautet Industrie 4.0. Dabei können zum Beispiel Werkstücke von Maschine zu Maschine einer Fabrik wandern und jeweils individuell bearbeitet werden - eine individualisierte Massenproduktion wird möglich. Kleine Produktionsstätten etwa mit 3-D-Druckern entstehen.

Auch etwa bei der "Share Economy" stellen Kritiker aber die Frage nach den Rechten der Beteiligten. Das Prinzip: Menschen teilen, was sie haben - etwa Autos oder Unterkünfte.
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