Kanzlerin Angela Merkel besucht Siemens-Elektronikwerk in Amberg
Ausflug in die Zukunft

Im September vergangenen Jahres feierte das Siemens-Elektronikwerk Amberg (EWA) 25-jähriges Bestehen. Karl-Heinz Büttner leitet die Vorzeige-Fabrik des Konzerns. Bild: Steinbacher

Amberg. (upl) Nach sieben Jahren kommt Kanzlerin Angela Merkel wieder in die Region. Am Montag, 23. Februar, besucht sie das Siemens-Elektronikwerk in Amberg. Es soll ein Ausflug in die Zukunft werden.

Die Zukunft ist in Amberg zu Hause - genauer gesagt im Amberger Elektronikwerk (EWA) der Siemens AG. Die Bundeskanzlerin will sich am Montag in den Hallen an der Werner-von-Siemens-Straße einen Eindruck davon verschaffen, wie die Fabriken von morgen arbeiten. Denn die Technik, die in herannahender Zeit die industrielle Produktion weltweit steuern soll, ist im EWA längst Standard.

Zuerst in Augsburg

Montag ist Merkels Industrie-Tag. Laut Bundeskanzleramt widmet sich die Regierungschefin - wenn nichts außergewöhnliches dazwischenkommt - zum Start der nächsten Arbeitswoche hauptsächlich der Frage, "wie der wirtschaftliche Führungsanspruch Deutschlands in Europa gesichert werden kann". Im Fokus liege dabei die Verschmelzung von Informationstechnologie und Produktion. Zuerst besichtigt die Kanzlerin um 11 Uhr das Werk des Roboterherstellers Kuka in Augsburg. Dann fliegt sie nach Amberg. Der Rundgang im EWA soll um 14.30 Uhr beginnen.

Voll des Lobes

Seit 1989 produziert Siemens in Amberg unter anderem speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS). Mit ihnen lassen sich Maschinen und Anlagen steuern, beispielsweise Bordsysteme von Kreuzfahrtschiffen, Fertigungsstraßen der Automobilindustrie oder auch Skiliftanlagen. Die Siemens-Spitze hat das Amberger Werk für diesen Vorzeige-Termin natürlich bewusst ausgewählt. Vorstandsvorsitzender Joe Kaeser ist voll des Lobes über den Standort. "Seit 25 Jahren stellt Amberg unter Beweis, dass Hochtechnologie-Innovation den Standort Deutschland langfristig und nachhaltig sichert", zitiert ihn die Presseabteilung des Konzerns. "Wir sind stolz auf den Standort und das Elektronikwerk Amberg, das heute die Richtung bei Industrie 4.0 vorgibt."

Selbstständige Fertigung

Siegfried Russwurm, Vorstandsmitglied und Chef des Industrie-Sektors, erläutert die besondere Stellung der Oberpfälzer Niederlassung näher: Im EWA werde heute schon produziert, wie es in einigen Jahren in vielen Fertigungswerken Standard sein wird. "Die Produkte steuern ihre Fertigung selbst. Sie teilen den Maschinen über den Produktcode mit, welche Anforderungen sie haben und welche Produktionsschritte als nächstes nötig sind."

Das spare in erster Linie Zeit und Geld. So hochautomatisiert das EWA arbeitet, so wenig hat es sich seit 1989 optisch verändert. "Bei gleichbleibender Produktionsfläche und kaum veränderter Mitarbeiterzahl hat das Werk sein Produktionsvolumen verachtfacht", erklärt Siemens-Sprecher Günter Gaugler. Im EWA sind 1100 Mitarbeiter beschäftigt, am gesamten Standort etwa 5000.

Jede Sekunde ein Produkt

Ein weiterer Vorteil der digitalen Fabrik ist die minimale Fehlerquote. Das EWA produziere mit einer Qualität von 99,9988 Prozent. "Ich kenne weltweit kein vergleichbares Werk, das an diese niedrige Fehlerquote herankommt", sagt Werksleiter Karl-Heinz Büttner. Jährlich stelle das EWA rund zwölf Millionen Steuerungen her. "Bei 230 Arbeitstagen pro Jahr bedeutet das: Jede Sekunde verlässt ein Produkt das Werk."
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