Klagen gegen Berater von Arcandor

Sechs Jahre nach der Pleite des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor fordert der Insolvenzverwalter Schadenersatz in Höhe von fast 100 Millionen Euro von den Wirtschaftsprüfungsgesellschaften des Konzerns. Insolvenzverwalter Hans-Gerd Jauch werfe den Beratungsgesellschaften KPMG und BDO vor, es 2008 pflichtwidrig unterlassen zu haben, den Konzern auf seine bereits damals bestehende Zahlungsunfähigkeit hinzuweisen, berichtete dessen Sprecher am Dienstag. Arcandor hatte erst Mitte 2009 Insolvenz angemeldet. KPMG und BDO wollten dazu keine Stellung nehmen.

Der Insolvenzverwalter fordert in den Schadenersatzklagen von KPMG insgesamt 85 Millionen Euro, von BDO 12,4 Millionen Euro. BDO hatte 2008 die Bilanzen geprüft. KPMG war laut Insolvenzverwalter damit beauftragt, die Sanierungsfähigkeit des Konzerns zu untersuchen. Die Forderungen orientierten sich an den Verlusten, die durch die Verzögerung der Insolvenz zusätzlich entstanden seien, sagte der Sprecher des Insolvenzverwalters. Auch seien die Klagen eingereicht worden, um eine Verjährung der Ansprüche zu verhindern.
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