Klare Entscheidung im Supermarkt: Der Siegeszug der Handelsmarken geht weiter
Längst weg vom Billig-Image

Eigenmarken wie hier "Ja!" von der Supermarktkette Rewe nehmen an Beliebtheit weiter zu. Bild: dpa
Die Deutschen greifen im Supermarkt immer häufiger zu Eigenmarken von Edeka, Rewe, Aldi und Co. statt zu den klassischen Markenartikeln. Nach einer Studie des Marktforschungsunternehmens Nielsen ist der Marktanteil der Händlermarken wie "Ja!", "Gut und Günstig" oder "Rewe Feine Welt" seit 2009 um zwei Prozentpunkte auf 34 Prozent gestiegen.

Weltweit belegen die Bundesbürger damit beim Kauf von Eigenmarken laut Nielsen den 4. Platz. Beliebter sind die preiswerten Alternativen zu den etablieren Markenartikeln nur noch in der Schweiz, in Spanien und Großbritannien. Und die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) sieht die Handelsmarken weiter im Aufwind. "Das ist ein langfristiger Trend", ist GfK-Experte Wolfgang Adlwarth sicher. Auch in diesem Jahr werde die Bedeutung der Eigenmarken weiter zunehmen. Aber auch Topmarkenartikel könnten sich nach wie vor behaupten.

Waren die Eigenmarken anfangs fast durchweg Preiseinstiegsprodukte, so bieten die großen Supermarktketten und auch die Discounter den Verbrauchern inzwischen eine breitgefächerte Auswahl. Es gibt Eigenmarken im mittleren Preissegment und sogar im Premiumbereich, eigene Bio-Marken der Einzelhändler und Angebote mit regionalem Touch.

Das zahlt sich aus. Bei Deutschlands größtem Lebensmittelhändler Edeka waren die Eigenmarken im Geschäftsjahr 2013 mit einem Umsatzplus von 9,8 Prozent einer der wichtigsten Wachstumstreiber. Zum Vergleich: Bei Markenartikeln betrug das Plus nur magere 0,7 Prozent. Markus Mosa, der Chef der Edeka-Zentrale, führte diese Entwicklung auch auf Versäumnisse der Lebensmittelindustrie zurück. Es fehle der Industrie an Mut. Sie bringe zu wenig interessante neue Produkte heraus.
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